Große Kunst: Eric Peters malt für das Schrittmacherfestival

Von: Ricarda Timm
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Beeindruckendes Werk: Der Aachener Künstler Eric Peters durchbricht mit seinem „Kaisertanz“ künstlerische Dimensionen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was haben Tanz und bildende Kunst gemeinsam? Wie passt ein 20 Quadratmeter großes, dunkles Bild in die Aachener Spielstätte des Tanzfestivals Schrittmacher? Bei den Arbeiten des Künstlers Eric Peters scheint diese Frage problemlos beantwortbar.

Denn in seinen Bildern erscheinen die Figuren, Astronauten, Tierköpfe oder Soldaten in Bewegungen, die manchmal fließen und manchmal abrupt ihre „Tanzrichtung“ wechseln. Da verwandeln sich uns bekannte Figuren in unbekannte, fantastische, wie im Tanz.

Sofort Assoziationen

Peters‘ Freund Rick Takvorian, Leiter des Tanzfestivals „Schrittmacher“, hatte diese Besonderheit bei einem Besuch in Peters‘ Atelier in einem Hinterhof im Frankenberger Viertel entdeckt: beim Vorläufer des Bildes „Kaiserwalzer“. Takvorian hatte sofort Assoziationen von einem Vorhang oder einer Ballerina, als wäre das Bild eine Szene seines Schrittmacherfestivals. Damit war die Idee vom Peters-Bild im 20. Tanzfestival Schrittmacher geboren. Im Moment stellt der Aachener Künstler das Bild minuziös fertig. Jedes kleine Detail muss passen.

Der Titel „Kaiserwalzer“ ist provokant, denn seine Vorlage ist ein Foto aus dem Ersten Weltkrieg. Es zeigt französische Soldaten im Angriff, ihre Bajonette aufrecht in die Luft gerichtet. Auf Peters Bild wirken die Soldaten wie tanzende Roboter, ihre Bajonette wie Antennen auf ihren Köpfen.

Solche Figuren entstehen bei Peters durch eine besondere Spiegeltechnik. Dadurch erzeugt er einen in der Quantenphysik genannten, unter keinen Umständen vorhersehbaren „absoluten Zufall“ der Neukonzeption. Durch diese Methode entstehen zwei neue Ebenen derselben Realität. Peters fasst sie in seiner Malerei überlagernd zusammen, lässt dadurch neue Realitäten entstehen. „Durch unsere Unfähigkeit, bestimmte Perspektiven einzunehmen, sehen wir oft nicht das, was noch in einem Bild drin steckt“, klagt Peters. Er lässt aus einem Foto von Soldaten vor 100 Jahren durch neue Überschneidungen Roboter-Ballerinen, aztekische Gottheiten, Antennen und Buddhafiguren entstehen.

Eigens für das Tanzfestival konzipiert, ist das Bild größer als sein Vorläufer und passt so genau in eine der Spielstätten des Festivals: das Industriegebäude Stahlbau Strang. Die Zuschauer werden beim Eintritt darauf zugehen. „Ich finde es höchst interessant, wie sich das Bild durch den Eisenhaufen durchsetzen wird“, so Peters. „Die Besucher des Festivals werden das Bild vor der Tanzaufführung und danach sehen. So vermischen sich die Images. Entweder führt das zu einem overload oder es führt zu ganz neuen Begegnungen“, überlegt Takvorian mit einem verschmitzten Lächeln.

 

 

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