Große Kritik am neuen Kita-Internetportal

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Vorgehensweise der Stadt ist inakzeptabel: Das sagt Guido Rothkopf, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der freien Träger. Foto: Archiv

Aachen. Zum Absturz will Guido Rothkopf das neue Kita-Portal der Stadt Aachen im Internet nicht bringen. Aber mit der Arbeitsgemeinschaft §78 zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in der Tagespflege als Sprachrohr der freien Träger ärgert er sich über die Vorgehensweise der Verwaltung. „Wir haben immer wieder nachgefragt und sind nicht beteiligt worden”, sagt er.

Heute wird die Verwaltung im Kinder- und Jugendausschuss (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) das neue Portal - wir berichteten - vorstellen. Es ist kein klassisches Anmeldeportal, soll aber die Anmeldungen für die Eltern und letztlich die Arbeit von Stadt und Trägern und die Bedarfsplanung erleichtern. Grundsätzlich eine gute Idee, findet auch die AG §78. „Wir stehen dazu, das Portal ist sinnvoll”, sagt Guido Rothkopf, der die Caritas Lebenswelten in der AG vertritt.

So weit, so gut. Doch als die AG die Verwaltungsvorlage für den Ausschuss in Händen hielt, war die Überraschung groß. Am Dienstag antwortete die AG mit einer schriftlichen Stellungnahme. „Die in der AG §78 vertretenen Träger kritisieren grundsätzlich die planerische Vorgehensweise des Fachbereichs zur Einführung des Kita-Portals Aachen”, steht darin. Und: „Hier sind die freien Träger letztlich trotz wiederholter Nachfrage im Rahmen der Sitzungen der AG §78 hinsichtlich des Verfahrens vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Ein partnerschaftlicher Dialog zwischen der Verwaltung des Fachbereichs wäre angesichts der Tragweite des Vorhabens zwingend erforderlich gewesen.”

Besonders unangenehm überrascht waren die Träger von der Tatsache, dass ihnen die Verwaltung Kosten von 45 938 Euro aufladen will. Plus jährlich laufende Kosten von 23 765 Euro. „Aus heiterem Himmel” habe die Träger diese Info getroffen, sagt Rothkopf. In der Stellungnahme wird die Mitfinanzierung als „inakzeptabel” eingestuft. In keiner Informationsveranstaltung sei davon die Rede gewesen.

Immerhin: CDU und Grüne haben bereits am Freitag erklärt, dass die Träger keine Kosten tragen sollten. So wollen sie es heute im Ausschuss beschließen. Dennoch: Die Träger sind verstimmt. Sie wollen das Portal, aber sie wollen es mitgestalten. „Es muss Ziel sein, dass alle mitmachen. Erst dann ist es ein Gewinn für die Stadt in der Planung, für die Eltern und für die Träger”, sagt Rothkopf.

Deswegen schlägt die AG §78 vor, eine gemeinsame Projekt-Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Fachbereichs Kinder Jugend und Schule, der Regio IT und der Träger einzurichten, „um die inhaltliche und organisatorische Entwicklung des Kita-Portals voranzubringen”. Dies ist von der Stadt Aachen nach AZ-Informationen bislang nicht vorgesehen. Das Portal soll im Juni 2012 starten.
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