Große Koalition will van den Brinks Vertrag verlängern

Von: Matthias Hinrichs
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Trotz jüngster Erfolge nach wie vor umstritten: Museumsdirektor Peter van den Brink soll seine Arbeit in Aachen nun dennoch fortsetzen. Heute soll der Kulturausschuss des Rates einen unberfristeten Vertrag auf den Weg bringen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Lange Zeit haben die Politiker intensiv um diese Top-Personalie gerungen – jetzt zeichnet sich ab: Der Vertrag mit Peter van den Brink wird aller Voraussicht nach auf unbefristete Zeit verlängert.

Am Donnerstag dürfte der Kulturausschuss des Rates die Weichen für die weitere Zusammenarbeit mit dem nicht unumstrittenen Museumsdirektor im nichtöffentlichen Teil auf den Weg bringen.

Maßgebliche Vertreter der großen Koalition aus CDU und SPD bestätigten am Mittwoch auf AZ-Anfrage, dass der gebürtige Niederländer, Jahrgang 1956, seine Arbeit in den kommenden Jahren fortsetzen soll. Dabei könnten freilich auch juristische Aspekte Rolle gespielt haben, wie vor allem seitens der SPD zu hören war. Alles andere als glücklich scheinen die Genossen mit der Entscheidung nicht erst seit gestern. Zuletzt war van den Brinks Vertrag lediglich für eine verkürzte weitere Zeitspanne bis zum 31. Dezember 2014 fortgeschrieben worden.

Inzwischen habe er im Zweifel aber alle Aussichten, eine unbefristete Weiterbeschäftigung notfalls gerichtlich durchzusetzen, weil das Beschäftigungsverhältnis bereits seit vielen Jahren besteht, hieß es nicht von ungefähr. Denn den Posten als Chef der Aachener Museen hat van den Brink am 1. März 2005 angetreten. Zwei Mal wurde sein Kontrakt verlängert – nicht ohne teils massive Auseinandersetzungen: Vor allem die Personalführung des 57-Jährigen und allzu häufige Dienstreisen riefen immer wieder Kritiker auf den Plan.

Van den Brink, ist dagegen jetzt zu hören, habe allerdings vor allem mit der höchst erfolgreichen Präsentation der großen Ausstellungs-Trias zum Karlsjahr enorm punkten können. Ohne Frage habe der Museumschef auch in den Jahren zuvor große Verdienste in Sachen Kunst- und Kulturvermittlung erworben, hieß es seitens beider Parteien. Auch die Liberalen wollen einer weiteren Zusammenarbeit zustimmen, betonte Ratsfrau Ruth Crumbach-Trommler – wiewohl sich mancher Fraktionskollege dem Vernehmen nach mit dieser Entscheidung schwer getan hat. „Peter van den Brink ist ohne Frage ein ausgezeichneter Netzwerker mit vielfältigen Kontakten“, unterstrich Crumbach-Trommler.

„Und er hat in den vergangenen Jahren ganz hervorragende Ausstellungen vor allem rund um die flämischen Meister organisiert.“ Das sehen zwar auch die Grünen und die Linke nicht anders. Dennoch wollen sich die Vertreter beider Fraktionen am Donnerstag gegen eine Verlängerung aussprechen. „Wir haben unsere Meinung nicht geändert, auch wenn Herr van den Brink inhaltlich gute Arbeit geleistet hat“, unterstrich Grünen-Ratsherr Hermann-Josef Pilgram. „Inzwischen hat er durchaus gelernt, sich an die politischen Vorgaben im Hinblick auf seine Amtsführung zu halten“, sagte Ulla Epstein, kulturpolitische Sprecherin der Grünen. „Er ist fachlich hervorragend aufgestellt. Dennoch ist es ihm alles in allem nicht gelungen, dauerhaft mehr ,normale‘ Bürger in die Häuser zu locken. Und das sollte doch unser Hauptziel sein.“

Immerhin hatte die Politik aus diesem Grund eine Strukturkommission eingerichtet, die über eine Neuorganisation der städtischen Museen berät. Das Gremium tagt in der kommenden Woche erneut. Durchaus denkbar, dass die Kompetenzen des Museumsdirektors, der derzeit für alle städtischen Sammlungen außerhalb der „Route Charlemagne“ und des Ludwig-Forums zuständig ist, in absehbarer Zeit auf den Prüfstand gestellt werden.

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