Große Dankbarkeit für mehr als 40 Jahre Arbeit für den Frieden

Von: Thorsten Tränkner
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Aachen. Knappe acht Jahre ist es her, als ein Minister beim Truppenbesuch in Mazedonien seine Überraschung über den extrem schlammigen Untergrund im Einsatzgebiet der Bundeswehr äußerte.

Die Reaktion des Kommandeurs Logistik folgte auf dem Fuß: „Herr Minister, das ist noch überhaupt nichts, wenn es hier regnet, kann hier nicht einmal ein Fahrzeug fahren”. Weggefährten wissen sofort, wem sie diese ehrliche und spontane Antwort zuschreiben können.

Der Kommandeur hieß Dieter Diekmann und wurde zwei Jahre später stellvertretender Kommandeur der Technischen Schule des Heeres in Aachen, der größten ihrer Art in Deutschland, verteilt auf vier Kasernen. Nun wurde der beliebte Oberst im würdigen Rahmen unter den Augen von 500 Soldaten und vielen Ehrengästen in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wird Oberst Günter Selbert, bislang Gefahrgutbeauftragter der Bundeswehr.

Schlusspunkt eines Soldatenleben aus Leidenschaft, das vor 41 Jahren unter weltpolitisch schwierigen Verhältnissen begann. Schon 1968 waren Truppen des Ostblocks in Prag eingerückt, der Welt stockte der Atem und Diekmann stand an der deutsch-deutschen Grenze auf einem Leopard-Panzer - im Visier der NVA-Panzer auf der anderen Flussseite. Doch das Schlimmste trat nicht ein. Am Ende erfüllte sich das Lebensmotto des späteren Oberst: „Alles wird gut”.

Schon im Herbst 1990 half er bei der Eingliederung der DDR-Armee in die Bundeswehr. „Ich bin tief dankbar, dass ich vier Jahrzehnte im Frieden dienen konnte und blicke dankbar zurück” - auch wenn er im internationalen KFOR-Einsatz in Nord-Mazedonien auch Situationen erlebte, wo verfeindete Parteien „über unsere Köpfe hinweggeschossen und unser Lager angriffen”.

Die Hauptverantwortung des studierten Diplom-Ingenieurs war die Instandsetzung und damit die technisch-logistische Ausstattung der Armee.

Brigadegeneral Kurt Schiebold, der Kommandeur des Standortes Aachen, fand für seinen Stellvertreter nur lobende Worte. „Sie waren ein Urgestein, gleichzeitig graue Eminenz und Trouble-Shooter.” Denn der temperamentvolle Vorgesetzte „mit Leidenschaft und großer sozialer Ader” hielt mit seiner ehrlichen Meinung selten hinterm Berg. Gerade Ungerechtigkeiten konnten den herzlichen Menschen auch einmal zum Schäumen bringen. Den Soldaten habe er, so Schiebold, stets engagiert Hingabe zum Beruf und zu den Aufgaben gelehrt.

Auf den Beruf blickt der Pensionär voll Dankbarkeit zurück und freut sich zugleich auf „Wiedergutmachung”, die er nun der Familie und insbesondere seiner Frau Gretel zuteil werden lässt. „Ab jetzt bin ich nicht mehr Oberst Diekmann, sondern Opa Dieter”. Sagt„s und trägt seine beiden kleinen Enkel Moritz und Vince auf beiden Armen hinüber zur Instandsetzungshalle, wo der traditionelle Neujahrsempfang der Bundeswehr stattfand.
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