Aachen - Großbaustelle: Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder

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Großbaustelle: Eltern fürchten um die Sicherheit ihrer Kinder

Von: Julia Hilgefort
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Wenn Groß auf Klein trifft: Täglich kreuzen massive Baufahrzeuge den Schulweg vieler Kinder am Philipp-Neri-Weg. Foto: Harald Krömer

Aachen. Seitdem Schwerlastverkehr den Schulweg ihrer Kinder kreuzt, schlagen die Eltern der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Gut Kullen Alarm. Sorgenvoll sehen sie die Gefahren, die täglich über die Straße auf sie und ihre Sprößlinge zurollen.

Durch die Baumaßnahme der Gewoge AG an der Vaalser Straße, sind die Grundschüler mit dem Schwerlastverkehr vor Ort konfrontiert – angeblich ohne jegliche Vorwarnung. Zeitgleich mit dem baubegionn für den Gewoge-Wohnkomplex am 18. August erfuhren die Eltern von dem Abfahrtsweg der Baufahrzeuge und Sattelschlepper über den Lehrerparkplatz der Schule.

Zu jenem Zeitpunkt waren die Poller zur Einfahrt schon herausgerissen. Der Fahrtweg der zig Tonnen schweren Lkw-Boliden verläuft nun weiter über den Phillip-Neri-Weg, der unmittelbar vor der Grundschule liegt und vorbei an zwei Kindergärten und der OT (Offene Tür) Gut Kullen führt. Die Lastkraftwagen unmittelbar neben den Fußwegen schüren seither die Angst der Eltern.

Toter Winkel berüchtigt

„Die Kinder kommen von allen Seiten in die Straße und kennen ihren Schulweg als sicher und verkehrsberuhigt“, erzählt Schulpflegschaftsvorsitzende Birgit Hangarte. „Wir haben große Sorge, dass den Kleinen jetzt etwas zustößt.“ Sie verweist auf die Größe der 40-Tonner und den berüchtigten toten Winkel solcher Großfahrzeuge, der zur Bedrohung werden könnte. Besonders den Inte-grationskindern der Schule, die zuweilen etwas verträumt im Straßenraum unterwegs seien, falle es entwicklungsbedingt schwer, mit der ungewöhnlichen Situation umzugehen, warnt Hangarte. Die Forderung der Eltern: Eine schnelle Lösung für die Kinder, bevor jemand zu Schaden kommt.

Gleicher Ansicht ist der Vorstand der Gewoge AG, Thomas Hübner. Doch Alternativen zum jetzigen Konzept seien überprüft worden und nicht realisierbar, behauptet er. Während die Zufahrt von der Vaalser Straße aus funktione, sei es unmöglich, die Abfahrt ebenfalls auf die stark befahrene Straße zu leiten. Gegen eine Verlagerung der Baustellenausfahrt auf den Neuenhofer Weg spräche zudem das Gewicht. Zu schwer seien die Lastkraftwagen, um über die dort im Boden verborgene Tiefgarage zu fahren. Die Erschütterungen beeinträchtigten außerdem die Arbeit angesiedelter Unternehmen, bekräftigt Gewoge-Sprecherin Birgit Jansen. Die Eltern hingegen sehen das anders: Das Wohl der Kinder werde zu Gunsten des fließenden Verkehrs und der Industrie aufs Spiel gesetzt, monieren sie.

Hübner widerspricht: „Die Bedürfnisse der Schule nehmen wir sehr ernst. Es ist unser oberstes Ziel, die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.“ Der Bauträger habe alles Machbare umgesetzt und sei offen für weitere Anregungen. Zu den bisher unternommenen Maßnahmen zählt der Einsatz eines Schülerlotsen an der Baustellenausfahrt. Laut Aussage von Birgit Hangarte steht dieser jedoch unregelmäßig und nur vor Schulbeginn an dem kritischen Verkehrspunkt. In Zeiten des offenen Ganztags verkehren die Kinder aber im Verlauf des gesamten Nachmittags, von 12 bis 17 Uhr, auf der Straße.

Dann sind die Mädchen und Jungen auf sich allein gestellt. Zusätzlichen Schutz soll die schriftlich angewiesene Schrittgeschwindigkeit für Lastkraftwagen bieten. Doch an der Umsetzung in der Praxis hapert es offenbar. „Viele Lkw-Fahrer fahren schneller als erlaubt aus der Ausfahrt“, beschwert sich die Vorsitzende der Schulpflegschaft. Für sie ist die aktuelle Verkehrssituation vor den Schultoren nicht länger hinnehmbar. Denn wie das Bauunternehmen selbst einräumt, verkehren zu den Stoßzeiten des Schulbetriebs bis zu zehn Lastkraftwagen am Philipp-Neri-Weg – am, Dienstag allein von 7.20 bis 8.10 Uhr, wie Gewoge-Sprecherin Jansen vorrechnet.

In Hinblick auf die bevorstehenden dunklen Wintermonate reagiert nun die Politik. CDU und SPD setzten die Problematik auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 17. September. Die Stadtverwaltung weist nach Rückfrage auf den Ortstermin von Oberbürgermeister Marcel Philipp mit dem Schuldirektor der GGS Gut Kullen am heutigen Mittwoch hin. Nach dem Gesprächstermin mit dem OB will man über die weitere „Verfahrensweise“ informieren.

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