Aachen - „Groß Tivoli” gewinnt bei den Kleingärten

„Groß Tivoli” gewinnt bei den Kleingärten

Von: Günther Sander
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Sieger
Sieger wurde die Dauergartenanlage „Groß Tivoli”, die bekanntlich durch den Stadionneubau des Tivolis 2008 ihre alte Heimat verlassen musste. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Im Rathaus der Stadt, wo es demnächst um den Erhalt der Existenz der auf der Kippe stehenden Kleingartenanlage im Wiesental geht und der Rat eine Entscheidung zu fällenen hat, wurde am Samstag der Wanderpreis der Stadt Aachen des Gartenwettbewerbs, veranstaltet vom Stadtverband der Familiengärtner, verliehen.

Sieger ist diesmal die Dauergartenanlage „Groß Tivoli”, die bekanntlich durch den Stadionneubau des Tivolis 2008 ihre alte Heimat verlassen musste. Bestehende Kulturen wurden zerstört, langjährige nachbarschaftliche und verwurzelte Kontakte getrennt.

Im Hinblick auf das drohende Unheil im Norden der Stadt ging Stadtverbandesvorsitzender Heijo Plum in seiner Festrede gezielt darauf ein, er feuerte eine Breitseite in Richtung Politik und Verwaltung. „Die Kleingärtner stellen eine unschätzbare Errungenschaft für unsere Stadt dar”, machte er deutlich.

„Sie sind zuerst eine Grünzone und nicht, wie der Planungsausschuss der Stadt anlässlich der städtebaulichen Entwicklungsstudie „Zwischen Wurm und Jülicher Straße” beschließen will, Grünfugen durch die Anlage Wiesental zu konkretisieren, zu teilen, wobei 32 Kleingärten dem Bagger zum Opfer fielen”, bedauerte Heijo Plum und erhielt viel Beifall. Kleingärten müssten auch für Stadtplaner „Grünzonen” und nicht „Grünfugen” darstellen.

„Wir, der Stadtverband als gemeinnützige Kleingarten-Förderungsunternehmen, appellieren dringend an Rat und Verwaltung, hier an den Planungsausschuss, die Kleingarten Wiesental auf keinen Fall zu zerschneiden.

Grünen-Fraktionschef im Landtag, Reiner Priggen, habe anlässlich des Umfragehochs seiner Partei am 12. Oktober gesagt, man befinde sich auf einem Höhenflug, wie Bundesligaspitzenreiter Mainz 05. Er habe Wert auf Realismus gelegt.

Anders im Rat der Stadt Aachen, wo ein Ratsherr der Grünen mit einem Kollegen der SPD in Sachen Wiesental die Auffassung vertreten: „Die Kleingärtner sind nicht unser Wählerpotential” (starker Beifall). Auch der Mainzer Höhenflug sei durch die Alemannia gestoppt worden.

Plum ging in seiner „starken Rede” auch gezielt auf die Integration ein, er hob den Sozialcharakter des Kleingartenwesens hervor und forderte den Erhalt aller Anlagen.

„Die dauerhafte Sicherung unserer bestehenden Anlagen als Lebensbiotope für eine Zeit und für eine Gesellschaft, die einer Rückkehr zur Natur zum Überleben in besonderem Maße bedarf”, so Plum.

OB Marcel Philipp legt Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Kleingärtnern. Diskussion sei besser als Angriff, es müsse ein gemeinsames Konzept erstellt werden. „Wir sollten die Veränderungen gemeinsam angehen, eine Einbahnstraße darf es nicht geben”, gab der OB zu verstehen.

Ulla Schmidt (MdB) wünscht sich eine attraktiv Stadterneuerung, aber mit den Kleingärtnern gemeinsam. „Nur so wird unsere Stadt lebendiger, grüner und sozialer”, schloss sie.

Nach so vielen Reden und Worten war der herrliche Gesang des St.-Marien-Gesangvereins Horbach eine willkommene Abwechslung. Die stolze Riege der Meistersänger unter ihrem Boss Ando Gouders begeisterte mit herrlichem Gesang, sonoren Stimmen und einer hübschen Liedauswahl, für die es starken Beifall gab.
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