Grillzonen um ein Vielfaches erweitert

Von: Robert Esser
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Mehr Areale für Würstchen und Co: Rauchschwaden verdunkeln den Himmel über hunderten Grillfreunden im Westpark. Foto: Stefan Herrmann
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Neue Grillzonen beschildert: Entsorgungsingenieurin Anne Janotta (links) und Umweltmanagerin Manuela Staaks. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Weil sowieso kaum jemand die markierten Grillflächen in Parkanlagen beachtete, hat die Stadt jetzt die ausgewiesenen Flächen für die Flut der Würstchen- und Kotelettbrutzler vergrößert – und zwar erheblich.

Im Westpark wurde die Grillwiese Richtung Welkenrather Straße nahezu verfünffacht. „Es war ganz offensichtlich, dass die ausgewiesenen Flächen an warmen Sommerabenden nicht ausreichten“, erklärt Anne Janotta von der Stadt Aachen. „Der Bedarf, gerade bei jungen Menschen, ist enorm gewachsen“, sagt die Entsorgungsingenieurin. Zuweilen treffen sich allein im Westpark bis zu 1000 Grillfreunde an einem Abend. Janottas Kollegin, Umweltmanagerin Manuela Staaks, stellt klar, dass damit auch die Probleme gewachsen sind. „Kohlereste, Asche, Verpackungsmaterial und allerlei Abfall fällt an und muss beseitigt werden“, erläutert sie. Und zwar tonnenweise. Deswegen stellt die Stadt jetzt neben den fest verankerten Müllcontainern und Ascheboxen weitere Abfallbehälter auf – sogenannte „Eventtonnen“. Die heißen so, weil sie bei besonderen Ereignissen – zum Beispiel auf dem Öcher Bend oder beim September Special zum Einsatz kommen. 100 Eventtonnen stehen zur Verfügung – sechs davon auf der erweiterten Grillwiese im Westpark. Neben dem Westpark wurden auch die Grillareale der Parks Altes Klinikum, Herderstraße, Hollandwiese, Kennedypark, Moltkepark, Rütscher Straße (Studententürme) und Stadtgarten (Lindenrondell) überarbeitet und teils weiträumiger gekennzeichnet.

Damit jeder begreift, welche Regeln beim Grillen auf öffentlich ausgewiesenen Flächen gelten und zu beachten sind, hat die Stadt zusätzlich 25 brandneue Schilder montieren lassen. „Nach dem Grillen ist vor dem Grillen“ steht darauf – ein Appell zum sauberen Umgang mit der Grünanlage. Piktogramme auf dem Schild weisen darauf hin, dass zum Grillen nur geeignete Geräte und keine Brandbeschleuniger verwendet werden dürfen, weil sonst verbrannter Rasen droht. Außerdem muss die Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr eingehalten werden – es darf also nur bis 22 Uhr gegrillt werden. Zudem bittet man darum, nicht unter Bäumen zu grillen (Brandgefahr) und den Abfall in die dafür vorgesehenen Behälter – Stichwort „Eventtonne“ – zu entsorgen. „Der Stadtbetrieb leert die Behälter täglich“, schildert Janotta, „am Wochenende auch mehrfach.“ Haufenweise Müll, der nach den abendlichen Freiluftpartys auf Wiesen und in Büschen landet, muss ebenfalls eingesammelt werden. Der Aufwand ist riesig. Besondere Sorgen bereiten den städtischen Aufräumtrupps Glassplitter und Kronkorken, die zu Tausenden in den Rasenboden gepresst wurden. „Wenn sich Scherben und Kronkorken einmal festgetreten haben, kann man sie kaum noch aus der Erde entfernen“, sagt Staaks. Abgesehen vom Schaden für die Grünanlage drohen Verletzungen, da viele Parkbesucher auf den Wiesen barfuß unterwegs sind.

Trotz der vergrößerten Grillareale und der unmissverständlichen Kennzeichnung machen sich Janotta und Staaks keine Illusionen. Wegen ausufernder Grillpartys in lauen Sommernächten gibt es – gerade am Wochenende – reihenweise Beschwerden von Anwohnern wegen der Lärm- und Rauchbelästigung. Und es ist zu befürchten, dass weiterhin auch andere Wiesen im Westpark zum Grillen auserkoren werden, wenn die Kapazität der vergrößerten offiziellen Grillfläche erschöpft ist – Verstöße, um die sich dann das Ordnungsamt kümmert.

Und wo grillen die beiden Expertinnen – Entsorgungsingenieurin Anne Janotta und Umweltmanagerin Manuela Staaks – am liebsten? „Zu Hause im Garten“, antwortet Janotta, ohne zu überlegen. Und Staaks nickt.

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