Greuel und Mythos des Ersten Weltkriegs

Von: Dr. Lutz Henning Meyer
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100 Jahre Erster Weltkrieg: Theaterintendant Michael Schmitz-Aufterbeck, Caro Herff vom OB-Büro und Veranstalter Lutz-Henning Meyer (rechts) haben die Themenwoche vorgestellt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Von 1914 bis 1918 kämpfen fast 70 Millionen Soldaten aus der ganzen Welt in Europa und Afrika, in Nahost und dem Atlantik. Am Ende des Krieges sind mehr als neun Millionen von ihnen gefallen; zusätzlich trauert man um mehr als sieben Millionen Zivilopfer.

Der Erste Weltkrieg gilt als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, die alle Bereiche von Staat, Gesellschaft und Kultur erfasst hat. Und dennoch, der Begriff Weltkrieg steht für die meisten Aachener in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Dritten Reich. Dass dies so ist, verdanken wir dem aktiven Umgang unserer Gesellschaft mit der NS-Vergangenheit. Im Geschichtsunterricht der Schulen werden die Jahre von 1933 bis 1945 ausführlich besprochen und die mediale Gegenwart des „Führers“ war nie größer als heute. Doch so richtig und wichtig die Aufarbeitung dieses Themas auch ist, ohne ein stabiles Bewusstsein über den Ersten Weltkrieg, wird sie unvollständig bleiben. Der Zweite Weltkrieg ist ohne den Ersten nur schwer zu verstehen. Genau das soll jetzt in Aachen mit einer Themenwoche aufgearbeitet werden.

„Dabei war die Rolle, die Aachen während des Ersten Weltkrieges spielte, nicht unerheblich. Der grenznahen Lage geschuldet, starteten viele Angriffe und Feldzüge unmittelbar aus der Region und sorgten in unseren Nachbarländern für eine unvorstellbare Zerstörung“, erklärte gestern Dr. Lutz-Henning Meyer vom Organisationsteam. Die vom Geschichtsnetzwerk Euregio Maas-Rhein und der Stadt Aachen veranstaltete Themenwoche zum Ersten Weltkrieg setzt es sich zum Ziel, dem schwindenden Bewusstsein über die „Urkatastrophe“ und der Rolle Aachens entgegen zu wirken.

Vom 19. bis 26. Oktober können sich die Besucher hier auf zahlreichen Veranstaltungen – zum großen Teil im Theater Aachen – über die Aspekte des Krieges informieren. Nicht der Schrecken des Krieges, sondern die Absicht, gemeinsam mit unseren Nachbarländern nach vorne zu blicken, ist einer der thematischen Schwerpunkte, mit denen sich die Veranstalter auseinandergesetzt haben.

Dabei stehen oft auch die Unterschiede im Bewusstsein über den Krieg selbst im Fokus. Blicke man nach Belgien, merke man sofort, dass der Erste Weltkrieg dort eine enorme Bedeutung habe und der Wissensstand dementsprechend hoch sei. Die Unwissenheit auf deutscher Seite läuft laut Meyer dadurch Gefahr, auf Unverständnis und Ablehnung zu stoßen. „Wir müssen versuchen die Einstellung unserer Nachbarn zu diesem Thema besser zu verstehen und uns dabei selber verständlicher machen“ mahnt der Vertreter des Geschichtsnetzwerk Euregio Maas-Rhein Dr. Lutz-Henning Meyer. Die Themenwoche soll hier eine Hilfe sein. Überblick über alle geplanten Veranstaltungen, Anmeldefristen und Eintrittspreise: www.theateraachen.de sowie www.aachen.de/gedenkjahr1914.

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