„Greta“ zeigt Lehrstück über die Gefahren im Internet

Von: Ines Kubat
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Alles anonym und sicher? Von wegen. Lara (Nesrin Adloff) und Tom (Matthias Röder) erleben die Gefahren, die im Internet lauern, im Theaterstück „Hast du ein Bild von dir?“ am eigenen Leib. Morgen feiert „Greta“ mit der Produktion Premiere im St.-Ursula-Gymnasium. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Ist doch anonym“, versichert Tom seiner Schulfreundin Lara. Sie solle ein wenig mutiger sein und die Fotomontagen im Internet veröffentlichen, mit denen sie sich an der Klassenkameradin rächen kann, die sie immer wieder vor allen bloß stellt.

Doch das will Lara mit ihrem neuen Computer nicht machen. Ganz euphorisch, dass sie endlich Teil der Netzwelt sein kann, will sie lieber chatten. Sie ist so neugierig darauf, was das Internet zu bieten hat, dass Tom ihr direkt hilft.

Gemeinsam erstellen sie Laras Chatroom-Profil und geben allerlei Persönliches Preis, wie zum Beispiel: Name, Alter, Adresse und Beziehungsstatus. Denn, so sagt Tom, der bereits erfahrener im Netz zu agieren scheint: „Je mehr Du angibst, desto interessanter bist Du.“ Und dies scheint sich zu bewahrheiten, schließlich lernt Lara schnell einen Jungen kennen und verbringt mehr und mehr Zeit mit virtuellen Gesprächen. Und bald wird klar, welch fataler Täuschung Tom im Hinblick auf die Anonymität und Sicherheit im Internet unterlegen war.

Viele geben zu viel von sich preis

„Hast du ein Bild von dir?“ nach der Vorlage von Nils und Till Beckmann ist die neueste Produktion von „Greta“, dem jungen Grenzlandtheater. Das Schauspiel feiert am Freitag, 28. März, um 11 Uhr in der Aula des St.-Ursula-Gymnasiums unter der Regie von Anja Junski Premiere. Für junge Menschen ab zehn Jahren sei das Stück geschrieben, sagt Theaterpädagogin Anja Geurtz, und das sei ein kritisches Alter, wenn es um das Erlernen eines sicheren Umgangs mit dem Internet geht: 80 Prozent aller Fünftklässler hätten zum Beispiel schon ein internetfähiges Handy, so Geurtz.

Aber dass im Surfen nicht nur viele Möglichkeiten und Spaß, sondern auch Gefahren lauern können, das wird Schritt für Schritt von Lara, alias Nesrin Adloff, am eigenen Leib erfahren. Sie verliert sich in einer anderen Welt, in der Tom, gespielt von Matthias Rödder, sie nicht mehr erreichen kann. Das Gefährliche ist vor allem die Unbedarftheit vieler Kinder und Jugendlicher, dass sie zu viele persönliche Daten verraten und Fremden zu schnell Vertrauen schenken. Denn das Internet bietet einerseits ungewollt Plattformen für sogenanntes Cybermobbing. Andererseits können Chatrooms und Socialmedia-Seiten wie Facebook kaum verhindern, dass sich mancher als eine andere – möglicherweise fiktive – Person ausgibt: so zum Beispiel Erwachsene, die sich in Jugendforen als Gleichaltrige einloggen, um sich Kindern zum Teil auf pädophile Art anzunähern.

Dass solche Anspielungen im Stück keineswegs weit hergeholt, sondern traurige Realität sind, wissen Junski und Geurtz aus ihrer Recherche zu dem Thema zu berichten. Diese Wahrheiten werden in dem Stück auch bei den Jugendlichen angesprochen und behandelt. Dass dies auf eine behutsame Weise geschehen muss, hält der Intendant des Grenzlandtheaters, Uwe Brandt, für wichtig.

Theaterpädagogische Begleitung

Um den richtigen Zugang zum jungen Publikum zu finden, arbeitet „Greta“ mit Theaterpädagogin Geurtz zusammen. In rund 20 Stunden bereitete sie gemeinsam mit einer 7. Klasse des St.-Ursula-Gymnasiums das Thema Internetsicherheit auf. Unter anderem improvisierten die Schülerinnen Szenen, diskutierten mit Experten der Polizei oder IT-Fachleuten und durften schon Kostproben des Stückes genießen. Diese theaterpädagogische Begleitung ist aber nicht nur den Schülerinnen des St.-Ursula-Gymnasiums vorbehalten, versichert Geurtz: Auf Anfrage führe sie auch an anderen Schulen der Städteregion in das Thema ein.

Generell richtet sich das Stück an jüngere Klassen der weiterführenden Schulen jeder Form. An zehn Vormittagen wird im St.-Ursula-Gymnasium „Hast du ein Bild von dir?“ vor vielen Klassen gespielt. Danach tourt man durch die Städteregion und macht Halt im Energeticon in Alsdorf, im Stolberger Kulturzentrum Frankental,sowie in der Tenne in Simmerath-Eicherscheid. Die Vorstellungen seien schon recht gut gefüllt, aber es gäbe noch zusätzliche Kapazitäten, sagen die jungen Theatermacher.

Am Donnerstag gibt es um 18 Uhr eine kostenlose Generalprobe der Produktion, zu der Lehrer und Pädagogen eingeladen sind, um sich vorab selbst ein Bild zu machen. Anmeldungen für die Generalprobe, zu anderen Veranstaltungen oder Rückfragen zu Spielterminen sind unter 0241/4747117 oder greta@grenzlandtheater.de möglich.

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