Grenzlandtheater zeigt Komödie „Offene Zweierbeziehung“

Von: Aljona Hartstock
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Emotionen einer Ehe: Madeleine Niesche und Thomas Kemper sind im Grenzlandtheater in „Offene Zweierbeziehung“ zu sehen. Heute feiert das Stück Premiere. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Manche Theaterstücke sind wie alte Kleidungsstücke. Früher waren sie einmal in Mode, dann haben sie jahrelang in einer Ecke im Schrank oder in einer Kiste auf dem Dachboden zugebracht. Doch wenn sie wieder zum Vorschein kommen, erscheinen sie – erfrischend in Szene gesetzt – fast nagelneu und haben kaum etwas von ihrer Aktualität eingebüßt.

„Offene Zweierbeziehung“ von Dario Fo und Franca Rame ist so ein Stück. Mitte der 80er Jahre uraufgeführt und bereits früher in Aachen gelaufen, kehrt die Komödie jetzt auf die Bühne des Grenzlandtheaters zurück – Montagabend wird um 20 Uhr Premiere gefeiert.

Bissig-ironische Dialoge

„Wir haben es noch einmal herausgeholt. Es ist ein tolles Stück für zwei Schauspieler und macht einfach großen Spaß“, sagt Intendant Uwe Brandt. Damals wie heute strotzt es vor bissig-ironischen Dialogen und Wortwitz.

Im Zentrum der Geschichte stehen Antonia und ihr Ehemann. Sie will sich wieder einmal das Leben nehmen – zum dritten Mal inzwischen –, denn sie hält die Affären ihres Mannes nicht mehr aus. Er will aber nicht die Finger von anderen Frauen lassen. „Das sind doch rein sexuelle Beziehungen“, sagt er.

Für Antonia aber empfinde er Freundschaft, Respekt und Achtung. Sie sei wie seine Mutter. Darauf würde sie lieber verzichten. „Du hast mich also befördert. Wie einen Beamten, den man befördert, weil man seine Dienste nicht mehr braucht. Ich will lieber degradiert werden zu deiner Geliebten“, schleudert sie ihm entgegen. Er ermuntert sie, sich auch einen Geliebten zu suchen. Sie weigert sich zunächst und lässt sich später dennoch überzeugen. Jetzt müsste der Ehemann zufrieden sein, möchte man meinen. Stattdessen ist er nun derjenige, der leidet.

Die Schauspieler Madeleine Niesche und Thomas Kemper buhlen mit ihren Argumenten um die Gunst der Zuschauer und versuchen, sie für ihre Meinung einzunehmen. Mal übernimmt Antonia die Rolle der Erzählerin, mal spielen die beiden eine Szene aus der Vergangenheit nach. „Es werden sich Lager im Publikum bilden“, glaubt Brandt.

Gemeinsam mit Anja Junski hat er „Offene Zweierbeziehung“ neu inszeniert. Von einigen Details im Original mussten sie sich dabei trennen. „Damals ging es noch mehr um die Befreiung der Frau.“ Das Verhältnis zwischen Mann und Frau sei nicht mehr zeitgemäß dargestellt gewesen. Das Thema offene Beziehung ist es umso mehr.

Gespielt wird von Dienstag, 29. Januar, bis Mittwoch, 6. Februar, jeweils um 20 Uhr. Für einige Vorstellungen gibt es noch Karten. Weitere Infos gibt es unter 4746111 und www.grenzlandtheater.de.

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