Aachen - Grenzlandtheater zeigt „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek

Grenzlandtheater zeigt „Die Therapie“ von Sebastian Fitzek

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Im Gespräch: Viktor Larenz (gespielt von Jörg Reimers) und Anna Spiegel (Birthe Gerken). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein spannender Psychothriller mit unvorhersehbaren Wendungen und einem Schlagabtausch, der ohne Blut auskommt und den Nervenkitzel allein aus Dramaturgie und Sprache zieht: Das Grenzlandtheater nimmt als eines der ersten Theater Sebastian Fitzeks „Die Therapie“ ins Programm.

Nach langer, ungeklärter Krankheit ist die Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz unter mysteriösen Umständen verschwunden. Als sich auch nach vier Jahren des Bangens und Wartens weder ein Lebenszeichen noch Josys Leiche findet, zieht sich Larenz, gespielt von Jörg Reimers, auf eine kleine, einsame Insel zurück. Hier will er endlich mit dem furchtbaren Verlust abschließen.

„Ein Knallerstoff“

Obwohl kaum jemand von seinem Aufenthaltsort weiß, bekommt Larenz Besuch von einer jungen Frau: Die Kinderbuchautorin Anna Spiegel hat seit ihrer Jugend Visionen und Wahnvorstellungen – und Informationen, die sie Larenz nicht vorenthalten möchte.

Der ehemalige Star-Psychiater will von einer Therapie der Autorin zunächst nichts wissen. Doch als sie ihn mit dem Inhalt ihrer Visionen konfrontiert, wird er hellhörig: Die Geschichte eines spurlos verschwundenen Mädchens weist erschreckende Parallelen zum Fall seiner verschwundenen Tochter auf.

Einen „Knallerstoff“ von einem Autor, „um den man im Moment gar nicht herumkommt“, nennt Regisseurin Anja Junski Fitzeks Debütroman. Der „extrem gut geschriebene und gebaute“ Text erzeuge auf intelligente Weise große Spannung, die den Zuschauer fesselt. Überraschende Wendungen sorgen dafür, dass das als Gewissheit Angenommene immer wieder ins Wanken gerät.

Neben den facettenreichen Charakteren helfen ein Erzähler und Videoprojektionen, das Publikum in den Bann der Geschichte zu ziehen. An der Seite von Jörg Reimers spielt mit Christian Miedreich ein weiteres neues Gesicht auf der Bühne des Grenzlandtheaters. Birthe Gerken, hier in der Rolle der Anna Spiegel, war bereits in „Das Bildnis des Dorian Grey zu sehen“, und Berthold Schirm, unter anderem Insel-Bürgermeister in „Die Therapie“, dürfte Grenzland-Gängern aus „The King’s Speech“ bekannt sein.

Die Bühne, zunächst ein relativ undefinierter Raum mit Schreibtisch und Sofa, gewinnt im Verlauf des Stückes zunehmend an veränderlicher Bedeutung und Funktion, so Bühnen- und Kostümbildnerin Barbara Krott. Was es nun mit dem kleinen Mädchen aus den Visionen der nach eigener Aussage schizophrenen Anna Spiegel auf sich hat, das kann man ab Donnerstag, 3. November, im Grenzlandtheater herausfinden. Dann feiert „Die Therapie“ Premiere.

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