Grenzlandtheater zeigt den Krimi „Todesfalle“

Von: Kristina Toussaint
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Wer verfolgt welche Ziele? Im Krimi „Todesfalle“ wünscht sich Sidney Bruhl (Thomas Pon, r.), an alte Erfolge als Autor anzuknüpfen. Mit seinem einstigen Schüler Clifford Anderson (Jan-Friedrich Schaper) eröffnet sich plötzlich eine Chance. Doch wie weit werden Bruhl und seine Frau Myra (Beatrice Kaps-Zurmahr) dafür gehen? Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Karriere des ehemals gefeierten Krimiautors Sidney Bruhl ist auf dem absteigenden Ast. Dann erhält er das neue Manuskript seines ehemaligen Schülers Clifford Anderson – ein Kassenschlager, findet er. Und überlegt, wie er selbst am prophezeiten Erfolg teilhaben kann. Doch wie weit wird er dafür gehen?

Kriminalstücke haben sich bereits in den vergangenen Spielzeiten großer Beliebtheit beim Grenzland-Publikum erfreut. Doch es ist nicht immer leicht, Stoffe zu finden, die spannend sind, aber dem Krimi-Fan noch nicht als Roman oder Film bekannt, weiß Intendant Uwe Brandt. Mit „Todesfalle“ hat Regisseurin Anja Junski jedoch genau den richtigen Stoff gefunden, um die Zuschauer zu fesseln: „ohne viel Schnick-Schnack“, aber mit einigen sehr überraschenden Wendungen.

Das Kriminalstück von Ira Levin, Autor des Romans „Rosemaries Baby“, ist eines der erfolgreichsten seiner Art am Broadway. Szene um Szene wächst die Spannung: Nachdem Bruhl, verkörpert von Thomas Pon, das brillante Werk seines Schülers gelesen hat, wächst in ihm der Gedanke, diesen umzubringen und das Manuskript als sein eigenes zu verkaufen.

Auf Geheiß seiner Frau Myra (Beatrice Kaps-Zurmahr) lädt der den jungen Anderson jedoch zunächst zu einer Besprechung ein. Myra schlägt eine Zusammenarbeit vor. Ihr Mann, der Krimi-Profi, könnte dem Stoff den letzten Schliff verpassen. Und Bruhl selbst könnte sich die geniale Arbeit seines ehemaligen Schülers zu Nutze machen, um seinen Ruhm und das eigene Scheckbuch aufzufrischen. „Doch beide Männer sind nicht frei von Erfolgsdrang“, so Anja Junski. Und so bleibt eine unterschwellige Bedrohung im Raum stehen, ein ständiges Spannungsverhältnis geprägt von Misstrauen und getrieben von persönlichen Interessen.

Spätestens als Bruhl erfährt, dass Anderson, gespielt von Jan-Friedrich Schaper, nur ein einziges auf der Schreibmaschine getipptes Exemplar des Manuskripts besitzt, packt ihn die Habgier. Es wäre so einfach, Anderson eine Keule über den Kopf ziehen und ihn dann zu verbuddeln – die Sammlung an Waffen aus früheren Stücken, die Bruhl in seinem Arbeitszimmer aufbewahrt, böte dafür schon die passenden Utensilien.

Das Bühnenbild von Barbara Krott bietet neben der imposanten Waffensammlung des Autors und den merkwürdigen Tiergemälden von dessen Frau Requisiten, die eindeutig auf die Achtziger Jahre hindeuten, in denen das Stück spielt. Die Geschichte funktioniert unter anderen technischen Gegebenheiten als den heutigen: Schnurtelefon und Schreibmaschine sind die zentralen Elemente, die die passende Atmosphäre um den „Krimi im Krimi“ schaffen.

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