Aachen - Grenzlandtheater zeigt „Bunbury“ von Oscar Wilde

Grenzlandtheater zeigt „Bunbury“ von Oscar Wilde

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
7591809.jpg
Auch die Damen treiben ihr Spiel: Sarah Härtling und Julia Hofstaedter in Oscar Wildes "Bunbury". Foto: Michael jaspers

Aachen. Jack ist der liebevolle Vormund von Cecily, der aber eigentlich Ernst heißt – zumindest in der Großstadt London, wo er sich auch in Gwendolyn verliebt hat. Verwirrend. Aber was ist, wenn Jack und Ernst aufeinander treffen sollen?

Da muss Jacks Freund Algernon helfen, jedoch ist auch der nicht ständig verfügbar, muss er sich doch um seinen kranken Freund Bunbury kümmern, von dem bis dato auch keiner etwas wusste. Ziemlich kompliziert und voller Irrungen ist die neue Produktion „Bunbury – oder von der Notwendigkeit Ernst zu sein“ von Oscar Wilde im Grenzlandtheater.

In der Regie von Ulrich Wiggers rückt die Komödie das Doppelleben und die damit verbundenen Konsequenzen der Freunde Algernon (Tom Viehöfer) und Jack (Fabian Goedecke) in den Mittelpunkt. Alleine um ihrem persönlichen Vergnügen nachzugehen, konstruieren die beiden Lebemänner ein hitziges Doppelleben. Während Algernon einen kranken Freund namens Bunbury erfindet, um seinen Verpflichtungen zu entkommen und sich auf dem Land zu amüsieren, beruft Jack sich auf einen erdachten Bruder namens Ernst, dem er in London zu Seite stehen muss. Beide verstricken sich immer mehr in ihr erdachtes Geflecht und sind plötzlich mit den Ergebnissen ihres Handels konfrontiert.

Intendant Uwe Brandt hebt vor allem den Aspekt der Aufrichtigkeit in dem Salonstück hervor: „In dieser bunten Inszenierung werden die Damen und Herren der feinen Gesellschaft aufs Korn genommen und es wird deutlich, welche Rolle dabei die Aufrichtigkeit spielt.“ Regisseur Ulrich Wiggers ergänzt: „Jede Figur hat in irgend einer Weise ein Doppelleben und alle geben etwas anderes vor, als sie in Wirklichkeit sind. Der Punkt ist der, dass sie nicht das Leben führen können, was sie eigentlich führen wollen.“

Mit der Thematik spricht das Ensemble praktisch jeden von uns an, denn niemand kann sich gänzlich davon frei machen, aus Egoismus heraus nicht auch einmal etwas konstruiert oder ausgeschmückt zu haben. Der Wunsch nach Ernsthaftigkeit bleibt dennoch oder gerade wegen der Irrungen bestehen. Bunbury – oder Ernst sein, das ist alles. Die Doppeldeutigkeiten und Lügen werden durch brillante rhetorische Improvisationen seitens der Protagonisten gemeistert und machen deutlich, wie schnell man doch seine eigene Identität vergisst, um den bestehenden Verhältnissen zu entfliehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert