Grenzenlose Solidarität fördern

Von: Peter Schopp
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Mahnende und lobende Worte zum 40-jährigen Bestehen: (v.l.) Birgit Derksen (Präsidentin Deutschland), Marcel Philipp (Oberbürgermeister), Christiane Vaessen (Region Aachen), Waltraud Kruse (Gründerin), Nore Horsmans (Präsidentin Niederlande), Marianne Thyssen (Präsidentin Belgien). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im angemessenen feierlichen Rahmen fand aus Anlass des 40- jährigen Bestehens der Vereinigung „Frauen in der Euregio Maas - Rhein“ ein Festakt im Ballsaal des Alten Kurhauses statt. Viele Gratulanten waren zum Festakt erschienen.

Der Verband der Frauen in der Euregio hat sich zum Ziel gesetzt, ohne politische oder philosophische Vorbehalte die Zusammengehörigkeit der euregionalen Grenzräume zu fördern und das Bewusstsein für Solidarität und Freundschaft zu verinnerlichen. Zu diesem Zweck werden laufend Vorträge, Zusammenkünfte und Besichtigungen angeboten. Außerdem findet jährlich eine Studienreise statt.

Als Mitbegründerin und heutige Ehrenpräsidentin ergriffen seinerzeit Professorin Dr. Waltraud Kruse, die ebenfalls unter den Gästen war, gemeinsam mit Dr. Gisela de Ridder die Initiative und formten in der Folgezeit eine Gemeinschaft, die als Mittlerin die Kulturbereiche im Dreiländereck und darüberhinaus zusammenzuführen und im Alltag zu etablieren versuchte. Europa greifbar machen – die damalige Idee ist heute aktueller denn je.

Das hob auch Oberbürgermeister Marcel Philipp in seinem Grußwort noch einmal hervor. Nachdem die Verbandspräsidentinnen Nore Horsmans (Niederlande), Marianne Thyssen (Belgien) und Birgit Derksen (Deutschland) ihre Gäste begrüßt hatten, stellte Philipp in eindringlichen Worten den Wert und die Besonderheit unserer Grenzregion heraus. „Wir müssen uns immer wieder vor Augen halten, in welch privilegierter Situation wir uns befinden“, legte er den Finger in die Wunde. Friede sei seit vielen Jahren im Herzen Europas selbstverständlich, Grenzkontrollen gebe es nicht mehr und zum Einkaufen benötige man keine drei Währungen, unterstrich er den Wert eines geeinten Europas.

„Es ist unsere Pflicht, diesen Zustand zu erhalten und in schwierigen Zeiten für das Etablieren des europäischen Gedankens zu sorgen“, fand er im Bewusstsein aktueller Probleme mahnende Worte. Für Philipp ist eine Initiative wie die der „Frauen in der Euregio“ existenziell für den europäischen Gedanken. Die gemeinsame Idee müsse ins Bewusstsein der Menschen gerückt und nicht immer nur auf politischer Ebene diskutiert werden, betonte er noch einmal den Wert der Verbandsarbeit. Es gelte, die Stärken der verschiedenen Regionen im jeweils anderen Teil der Euregio noch intensiver hervorzuheben.

Ähnlich argumentierte auch Professorin Christiane Vaeßen, Honorarkonsulin der Niederlande. Sie erinnerte noch einmal daran, dass im Gründungsjahr 1975 das internationale Jahr der Frau ausgerufen war und es letztlich auch darum ging, die kulturelle und politische Selbstständigkeit der Frauen voranzubringen. In drei Sprachen machte Vaeßen in ihrer Rede deutlich, dass die europäische Entwicklung noch nicht am Ende angelangt ist.

„Wir stellen heute verstärkt einen Rückzug vom europäischen Gedanken und vermehrt das Hervorheben nationaler Interessen fest“, warnte auch sie vor einem Verlassen des gemeinsamen Weges. Für Vaeßen ist die momentane Entwicklung Grund genug, zu verstärkter Verbandsarbeit aufzurufen. Der Wunsch, vor allem jüngere Mitgliederinnen zur Mitarbeit bewegen zu können, ist dabei allen gemein.

Nach den kurzweiligen Worten der Redner ließen die Damen die Jubiläumsfeier in freundschaftlichem Beisammensein ausklingen.

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