Grenzenlos: Eine Raumfahrt durch die City

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Meisterlich: Die äthiopische Band „Krar Collective“ begeisterte am Samstagabend bei ihrem Konzert in der Citykirche. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. Eine Raumfahrt durch die Innenstadt bildete am Wochenende den Auftakt zu „Across the borders“. Das Kulturfestival schlägt im August zum mittlerweile sechsten Mal den Bogen zwischen dem sommerlichen Aachen und kulturellen Leckerbissen aus der ganzen Welt. Neue Eindrücke, exotisch anmutende Erlebnisse an ungewöhnlichen Orten stehen im Mittelpunkt.

Markus Ulrich und Joachim Schmidt vom Archigraphus-Netzwerk für Architektur und Raumkonzepte hatten mit einem neuen Konzept großen Erfolg: Die Radtour zu Orten und Geschichten in der Stadt bildete den Start und führte 30 Teilnehmer von einem urbanen Ort zum nächsten. Ulrich und Schmidt sind Experten für Räume in der Stadt: Kunst im öffentlichen Raum, Hintergrundwissen über die vielen Brunnen und Pferdeskulpturen, Geheimnisse von Graffiti und Kritik an brachliegenden Flächen. Die Archigraphen hatten sich eine spannende Route überlegt: Vom Elisenbrunnen ging es zunächst zum Theaterplatz mit dem fröhlichen Hengst und dann zu „Henger Herjotts Fott“ und schließlich zur Richardstraße.

Bei einer kleinen Pause im Gemeinschaftsgarten Hirschgrün kam man in lockerer Runde ins Gespräch. Krystina Rütten, Alexa Kessler, Jan und Silke Willen erklärten die Idee von Hirschgrün: Der im Mai 2013 gegründete Verein Urbane Gemeinschaftsgärten Aachen ist ein erfolgreiches Pilotprojekt, das als Beispiel für innerstädtische Gartenräume dienen sollte. „Der Garten schafft ungezwungene Kontakte zwischen den Menschen in der Innenstadt, alle packen gemeinsam mit an, gestalten gemeinsam diesen urbanen Raum. Dabei liefern uns die Beete kostengünstige und gesunde Lebensmittel“, erklärt Rütten.

Der Suermondtplatz, die Synagoge, die Flüsterschüsseln auf dem Spielplatz an der Augustastraße und der Schinkelpavillon im Stadtpark waren nur einige weitere der insgesamt 40 Stationen der Radtour. Am Samstag, 24. August, von 15 bis 18 Uhr gibt es einen zweiten Termin, um die Stadt mit dem Rad zu erfahren.

Saitenvirtuosen

Am Samstagabend ertönten in der voll besetzten Citykirche äthiopische Klänge. „Krar Collective sind die Vertreter der Musik ihres Heimatlandes. Der Abend reicht von spirituellen Liedern bis zu fröhlichen Rhythmen. Tanzen ist ausdrücklich erlaubt“, betonte Festivalleiter Rick Takvorian. Als sich die beiden äthiopischen Musiker Grum Begashaw und Temesegen Zeleke in England trafen, stand schnell fest, dass man gemeinsam musiziert. Sie sind Virtuosen: auf der Krar, einer sechssaitigen, mit Fingern oder einem Plektrum gespielten Leier mit dem Beinamen „Teufelsharfe“, die auf die Zeit König Davids zurückgeht. Mit ausdrucksstarker Stimme ergänzt Sängerin Genet Assefa die Band.

„Mit across the borders wollen wir kulturelle Erlebnisse schaffen, die es sonst nicht mal eben vor der Haustür gibt, ein Fenster zur Welt nach Afrika, Asien und Lateinamerika öffnen“, sagt Takvorian. Das war auch am zweiten Festivaltag Programm: Am Sonntag ging es weiter mit dem 8. deutsch-arabischen Lyrik-Salon in der Citykirche.

Für die weiteren Veranstaltungen sind noch Karten erhältlich.

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