Aachen - Grashaus öffnet am Wochenende seine Türen

Grashaus öffnet am Wochenende seine Türen

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
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Modernste Technik, „antikes“ Ambiente: Andreas Düspohl, Leiter des Grashauses, Dezernentin Susanne Schwier, OB Marcel Philipp und Olaf Müller vom Kulturbetrieb fiebern der Eröffnung entgegen.
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Aufbruchstimmung hinter historischer Fassade: Samstag lockt ein buntes Volksfest rund ums „neue“ Grashaus am Fischmarkt.

Aachen. Noch prangt ein wohlbekanntes Warnschild am Eingang zum historischen Treppenhaus – „Betreten der Baustelle verboten“. In der ersten Etage malträtiert ein stämmiger Arbeiter das denkmalgeschützte Gemäuer mit Brachialgewalt – per Presslufthammer. Aber keine Bange. Es geht hier allemal um einen Durchbruch im übertragenen, denkbar kreativen Sinn.

Denn der wackere Handwerker ist nicht etwa irgendeinem wild gewordenen Bautrupp entsprungen, sondern der Fantasie und dem Edding-Stift des Berliner Künstlers Andree Volkmann. Europa Schwarz auf Weiß und kunterbunt zugleich sozusagen: Mit seinen großformatigen Zeichnungen hat Volkmann einen ziemlich symbolträchtigen karikaturistischen Kosmos auf die frisch getünchten Wände des sogenannten „europäischen Klassenzimmers“ gezaubert, der freilich reichlich Platz für eigene Gedanken und Ideen lassen soll.

Als Dauerbaustelle der ganz besonderen Art nämlich soll das ehrwürdige, fast siebeneinhalb Jahrhunderte alte Grashaus am Fischmarkt den Aachenern und deren Gästen noch lange, lange erhalten bleiben. Denn zugleich ist das historische Kleinod mit seiner denkbar bewegten Geschichte als letzter, aufregend funkelnder Mosaikstein der viel gepriesenen Route Charlemagne endlich neu – und nahezu perfekt – hergerichtet worden. Als ebenso innovativer wie prädestinierter Schauplatz der zeitgemäßen Auseinandersetzung mit Ursprüngen, Entwicklung und Perspektiven des heftig umkämpften kontinentalen Konsenses wird der neue „außerschulischen Lernort“ am Wochenende feierlich eröffnet.

Voller Stolz präsentierten OB Marcel Philipp, Dezernentin Susanne Schwier sowie die städtischen Kultur- und PR-Experten am Dienstag die zahlreichen technischen und didaktischen Zutaten, die das Berliner Büro „chezweitz“ zu einer interaktiven „Szenografie“ mit reichlich computergesteuerten Clous und Gimmicks verwoben hat. „Die Verbindung von Geschichte und Zukunft zieht sich wie ein roter Faden durch das Konzept“, schwärmte Andreas Düs-pohl, Leiter des Hauses, das wenige Tage vor der Karlspreisverleihung erstmals mit ganz neuen Möglichkeit zur eigenständigen „Verortung“ Europas einlädt. So werden im opulenten pädagogischen Parcours „antike“ Schätze wie die prächtigen hölzernen Urkundenschränke, die einst die Bestände des Stadtarchivs gehütet haben, mit interaktiven Arbeitsplätzen, ebenso erhellenden wie durchaus kurzweiligen Video- und Audio-Präsentationen kombiniert. „Schon beim Blick auf die Fassade sollen die Besucher eingeladen werden, sich dem Thema Europa mit unterschiedlichsten Sinnen zu nähern“, erklärte Düspohl.

Die erste und vorläufig beste Gelegenheit dazu gibt es kommenden Samstag (11 bis 18 Uhr) und Sonntag (12 bis 18 Uhr), wenn die Türen zum „neuen“ Grashaus im Rahmen eines kleinen Volksfestes gemeinsam mit der IG Domviertel erstmals für alle geöffnet werden.

Am Samstag warten kostenlose Führungen, Mal- und Schminktische, einschlägige kulinarische Köstlichkeiten und zahlreiche Infostände auf große und kleine Besucher. Ab 14.30 Uhr läutet Bernd Büttgens, Leiter des Presseamts, einen munteren Talk mit den Initiatoren und Machern des 2,7-Millionen-Projekts ein. Die Grundschule am Fischmarkt präsentiert eine musikalischen „Europareise im Paddelboot“, mit dem Tanzforum Aachen und dem albanischen Studierendenverein Albaix kann man das Pflaster des idyllischen Innenhofs aufs Schönste strapazieren. Das Kaleidoskop Filmforum zeigt spannende Beiträge kontinentaler Künstler. Zum mythologischen „Storywalk“ lädt Regina Sommer vom Haus der Märchen und Geschichten. Die Bleiberger Fabrik ist mit einer Künstlerwerkstatt ebenso vertreten wie die Katholische Studierende Jugend mit einer Aktion rund um „Mein liebstes Europa“. Klangreiche Leckerbissen präsentieren das deutsch-französische Kulturinstitut, die städtische Musikschule und die Domsingschule.

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