Grandiose Leistung nach einer „Wunderheilung“

Von: Peter Schopp
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Urkomisch: Das Ensemble der Alt-Aachener Bühne begeisterte mit der Premiere ihres diesjährigen Stücks „Eämol jesaat blievt jesaat“. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. „Eämol jesaat blievt jesaat“ – oder auch „Versprochen ist versprochen“: So lautet der Titel des diesjährigen Stückes der Alt-Aachener Bühne. Und beim Schlussbild mit Gesang war klar: Es war ein voller Erfolg!

Großer Applaus mit stehenden Ovationen begleitete die Darsteller von der Bühne, auf der sie zuvor gut zweieinhalb Stunden alle Register einer mundartlichen Heimatbühne gezogen hatten.

Das Stück in drei Akten, frei nach der Komödie „Die Junggesellensteuer“ von Alois Gfall, bot vom ersten Moment an dem ausgesprochen spielfreudigen Ensemble jede Menge Möglichkeiten, den Spaß an ihrem Tun von der Bühne auf die leider nicht komplett ausverkauften Ränge zu übertragen.

Windiger Heiratsvermittler

Und das passiert: Witwer Tuen Windmüller hat seiner verstorbenen Frau auf dem Sterbebett versprochen, erst dann wieder zu heiraten, wenn die beiden Töchter verheiratet sind. Die eine schwerhörig, die andere mit stark verminderter Sehkraft, gehören wahrlich nicht zum Feinsten, was „Mann“ so zum Traualtar führen möchte. Der windige Heiratsvermittler Louis Collet nimmt sich der Sache an und bringt mit seinen Kuppelversuchen jede Menge Leben in die verschiedenen Bühnenbilder, die von vielen fleißigen Händen in den beiden Pausen komplett umgebaut werden.

Aber nicht nur die Bühnenhelfer haben alle Hände voll zu tun, auch bei den Darstellern ist jede Menge Arbeit erforderlich. Da wird kniend auf Stühlen gebetet, da sinken die heiratswilligen Damen gleich mehrfach zu Boden, da wird hart um die Bedienreihenfolge in Windmüllers Kolonialwarenladen gekämpft und da wird auch das eine oder andere Liedchen geträllert!

Die gute Stimmung unter den Akteuren wird immer dann besonders deutlich, wenn sich bei kleinen Abweichungen vom einstudierten Programm der Humor Bahn bricht und die Schauspieler kräftig mitlachen – sympathisch, authentisch, unterhaltsam!

Die beiden Töchter Mei und Rues werden herrlich naiv von Sabine Plum (Mei) und Birgit Drews (Rues) verkörpert, den beiden Damen springt die Lust am Spielen förmlich aus den Augen. Aber auch ihre Mitstreiter lassen viel Können und Spaß an der Sache erkennen: die ewige Helene Reißer als Ziska Klusmeier ebenso wie Töchtervater Windmüller (Richard Strauch) und die beiden potentiellen Bräutigame Kloes und Küeb Beaujean, gespielt von Thomas Muckel und Ralf Büter.

Bei der anschließenden kleinen Premierenfeier war die 1. Vorsitzende des Vereins, Sabine Plum, froh, dass die Erstaufführung so reibungslos über die sprichwörtliche Bühne gegangen war. „Bis gestern war das halbe Ensemble noch fast ohne Stimme, alles erkältet.“ Der Freude über die Wunderheilung über Nacht konnte sich auch Geschäftsführer Ewald Storck nur anschließen: „Außerdem sind wir froh, dass die Probenzeit hinter uns liegt.

Am Ende der Vorbereitung drehen wir alle ein bisschen am Rad“, blickte er sich schmunzelnd um, wurde aber gleichzeitig ein wenig nachdenklich: „Die Zeiten, in denen alle Vorstellungen bereits beim Vorverkauf ausgebucht waren, sind vorbei. Wenn dann noch das Wetter etwas problematisch ist, fehlen uns schon ein paar Zuschauer. Für die meisten Vorstellungen gibt es noch Karten.“ Andererseits freute er sich, dass mehr als 500 Menschen den Weg ins Einhard-Gymnasium gefunden hatten, die ihr Kommen nicht bereut haben. Die Stimmung war blendend, wovon sich viele bekannte Protagonisten der Aachener Mundart überzeugten, allen voran der diesjährige Thouet-Mundartpreisträger Gerhard Dünnwald.

Weitere Aufführungen: 28. und 29.Januar, 12. und 18. Februar, 4. und 5. März, 18. und 19. März, 1. und 2. April. Beginn ist samstags um 19 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Zusatztermine: 26. Februar, 18 Uhr, Stadttheater Aachen, 8. und 9. April, Stadthalle Alsdorf. Vorverkauf: Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz (montags bis freitags von 10 bis 18 und samstags von 10 bis 14 Uhr) sowie im Verlagsgebäude an der Dresedener Straße 3 (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 17 Uhr und samstags 9 bis 14 Uhr).

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