Graffiti-Aktion: Kunst schmückt jetzt Baustellen

Von: Marie Eckert
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Graffiti-Kunst auf der Baustelle: Für die bunten Farbtupfer sorgt Lars Kesseler (r.), sehr zur Freude von Stadtarchäologe Andreas Schaub und Angeli Bhattacharyya von der Stawag. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Dass Kunst und Baustellen nicht unbedingt das Gegenteil voneinander sind, war bei der ersten Baustellen-Graffiti-Aktion am Hof schon zu sehen. Neben einigen Bannern verschönerte das aufgesprühte Baustellenmaskottchen Emil Erdmann die tristen Bauzäune – nach wenigen Wochen war das Erdmännchen jedoch verschwunden, akkurat ausgeschnitten von irgendjemandem, der sich wohl in die niedliche Zeichnung verguckt hatte.

In der Jakobsstraße ist derselbe Graffiti-Künstler gerade damit beschäftigt, die neue Baustelle dort zu verschönern – unter anderem auch wieder mit einem neuen Graffiti-Emil. Lars Kesseler, alias Lake 13, heißt er und wird in den kommenden Tage auf zwölf Zäunen ungefähr 75 Quadratmeter rund um die Baumaßnahme besprühen.

Das Motiv ist ein großes, mit Elementen von Wasser, Röhren, Silhouetten der Stadt – und mittendrin das Baustellenmaskottchen Emil. Drei Trafostationen und das Umspannwerk Melaten hat der Künstler für die STAWAG schon umgestaltet. „So eine Zusammenarbeit wäre vor 20 Jahren noch nicht denkbar gewesen, das ist eine klasse Entwicklung“, freute sich Kesseler.

Seit Anfang August erneuert die Stawag in der Jakobstraße die Kanäle, die mittlerweile 120 Jahre alt sind. Wie schon im Hof wurde die unterirdische Bauweise gewählt, sodass es nur die Baugrube an der Ecke Klappergasse gibt und die Bauarbeiter sich von dort aus unterirdisch zur Haupttrasse unter der Straße vorarbeiten.

Auf der einen Seite führt die in Richtung Markt, auf der anderen in Richtung Trichtergasse. 18 Monate dauert die Baumaßnahme voraussichtlich. Gerade deshalb und weil Anwohner und Geschäftsleute von der Baustelle so wenig wie möglich gestört werden sollen, kam laut David Lulley, Baustellenkommunikator bei der Stawag, die Idee zu den kreativen Bauzäunen auf.

Und weil die Baustellengrube nur wenige Meter neben einem archäologischen Fenster ist, ist es wahrscheinlich, dass auch während der Bauarbeiten Funde von Mittelalter bis Neuzeit auftauchen. „Wir rechnen unter der Jakob-straße mit Kanälen spätestens seit der Zeit der Karolinger, vielleicht sogar aus der Römerzeit“, sagte Stadtarchäologe Andreas Schaub.

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