Graffiti-Aktion im Vinzenzheim: Schöneres Wohnen aus der Dose

Von: Laura Knops
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Grafitti-Kunst im freizeitraum
Grafitti-Kunst im freizeitraum. Jugendliche des Berufsschulinternats am Vinzenzheim wurden unter Leitung eines Experten mit Spraydosen künstlerisch tätig. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wer „Graffiti” hört, denkt oft an Schmierereien, Verschmutzung und jugendliche Sprayer. Doch Graffiti ist nicht nur das, sondern vor allem Kunst - wenn sie gut und legal gemacht ist. Im Vinzenzheim startete eine Graffiti-Aktion, bei der die Bewohner einmal selbst die Sprühdose in die Hand nehmen konnten.

Gemeinsam mit dem Aachener Graffiti-Künstler Christian Rieli gestalteten vier Internatsbewohner des Vinzenz-von-Paul Berufskollegs einen ganzen Raum.

Vier Tage lang dauerte das Projekt, bei dem die Jugendlichen mit Beeinträchtigung ihren Freizeitraum umdekorieren konnten. Zum fünften Mal wurde die Graffiti-Aktion im Vinzenzheim angeboten, so wurden bei früheren Workshops schon ein Raucher- und ein Fahrradraum verschönert.

„Wir haben Graffiti ausgewählt, weil es die Jugendlichen besonders anspricht und für jeden geeignet ist. Auch Rollstuhlfahrer, trotz ihrer Bewegungseinschränkung können problemlos mit der Sprühdose umgehen”, erklärt André Jankauskas, Abteilungsleiter des Internats.

Das Internat bietet jugendlichen Schülern mit Beeinträchtigung eine besondere Wohnmöglichkeit und ermöglicht ihnen so einen Schulabschluss. Von NRW bis Rheinland-Pfalz, viele Schüler kommen von weit her, da es wenig Angebote in ihrer Nähe gibt.

Insgesamt fünf Wohnbereiche beinhaltet das Internat. Umgestaltet wurde der Freizeitraum in dem Bereich, der vor kurzem umfangreich saniert wurde.

Bevor die Teilnehmer mit dem „Sprayen” beginnen konnten, mussten zunächst Ideen gesammelt und Schablonen angefertigt werden. Schnell konnte man sich auf ein Thema einigen: Passend zum Zweck des Freizeitraums, in dem Fernsehen geguckt und Videospiele gespielt werden können, sollten die Wände mit Figuren aus bekannten Videospielen und Filmen dekoriert werden.

Spiderman, Pacman und ein Rollstuhlfahrer mit einem Joystick in der Hand - keine leichten Motive hatten sich die Bewohner ausgesucht. Mit hilfreichen Tipps und Tricks stand Rieli, der zehn Jahre Erfahrung im Graffiti-Sprayen mitbringt, seinen Schützlingen zur Seite.

„Graffiti bietet viele Möglichkeiten, selbst wenn man einen Fehler macht, kann man diesen schnell wieder korrigieren. Das hat den Jugendlichen ihre Angst vor einem Versagen genommen” erzählt Gerda Johnen, Erzieherin und Begleiterin des Projekts. Weitere Aktionen, bei denen die Jugendlichen sich an die Kunst heranwagenund mit ihrer Kreativität die Wände füllen können, seien schon in Planung, so Jankauskas.
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