Graduiertenfest der RWTH: Mehr als 1000 Hüte fliegen hoch

Von: Kathrin Albrecht
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Volles Haus: Rund 5000 Gäste feierten mit 1200 Absolventinnen und Absolventen das große Graduiertenfest der RWTH Aachen nach US-amerikanischem im Dressurstadion auf dem ALRV-Gelände. Foto: Andreas Schmitter
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Fürs Familienalbum: Am Festnachmittag wurden etliche Schnappschüsse gemacht – bis schließlich die Hüte Richtung Himmel Luft flogen.

Aachen. Der Abschluss ist in der Tasche, ein Lebensabschnitt geht zu Ende. Den Studienabschluss muss man eigentlich feiern. Seit vier Jahren lädt die RWTH ihre Absolventen nach Vorbild der US-amerikanischen Abschlussfeiern dazu ein. Jetzt hieß es auf dem Gelände des Dressurstadions des Aachen-Laurensberger Rennvereins wieder: „Tschö wa“.

Auf dem Einreitplatz wimmelte es von Menschen. Hier fanden sich die 1200 Absolventen ein, die an der diesjährigen Graduiertenfeier teilnehman, sauber getrennt nach Fakultät. Eingeladen waren alle, die seit dem Sommersemester 2016 ihr Studium beendet oder ihre Doktorurkunde erhalten haben. Hüte und Schärpen in strahlendem RWTH-Blau wurden ausgeteilt, neben Schwarz die dominierende Farbe – viele hatten sich für den Tag passend mit Anzug oder schickem Kleid in Schale geworfen. Angehörige und Freunde machten Fotos.

Nochmal „richtig Spaß haben“

Zu den Absolventen, die ins Stadion einzogen, gehörten auch Carlo Schmitt und Sirkka Porada (beide 25). Die beiden haben Wirtschaftsingenieurwesen, Fachrichtung elektrische Energietechnik , studiert und feierten ihren Masterabschluss. „Beim Bachelor hatte ich das noch nicht“, meinte die Wiesbadenerin. Auch Carlo Schmitt freute sich auf die Gelegenheit, noch einmal richtig zu feiern „und Spaß zu haben“. Insgesamt gingen in diesem Jahr fast 5000 Karten weg. „So viele Gäste hatten wir noch nie“, freute sich auch Malte Brettel, Prorektor für Wirtschaft und Industrie an der RWTH und Moderator der Abschlussfeier.

Unter die Studenten hatte sich auch Rektor Ernst Schmachtenberg gemischt: „Ich dachte, ich gehe mal mit den Studenten rein, das muss doch total schön sein!“, teilte er Außenmoderator Bodo Peters mit. Da wurde allerdings nix draus, er wurde drinnen gebraucht. Mit ein wenig Verzögerung durften die Absolventen dann endlich – jeweils mit zum Studienbereich passender Filmmusik – einziehen, die Mediziner etwa zur Titelmusik der britischen Kultserie „Dr. Who“. Kurzweilig moderiert wurde das Ganze von Kanzler Manfred Nettekoven.

Das Festprogramm, eingerahmt von vietamesischem Drachentanz und Rock‘n’Roll, beinhaltete den Blick zurück auf das Studium. Der wurde von den Poetry Slammern Florian Schreiber und Eric Jansen, ebenfalls RWTH-Studierende, übernommen. Ihr Rückblick auf ein Studium in der Stadt, „die kein Geld für eine Straßenbahn, aber für ein Stadion mit 32.000 Plätzen für eine Viertligamannschaft hat“, wurde frenetisch beklatscht.

Tausend Hüte im Himmel

Dass die Hochschule und ihre Absolventen wichtig für den Wirtschaftsstandort Aachen sind, betonte Oberbürgermeister Marcel Philipp. Viele interessante Unternehmen gebe es in der Region, „die Sie brauchen“, wandte er sich an die Graduierten. Aber auch für die, die nicht in Aachen bleiben, freute er sich: „Durch Sie strahlt die Stadt Aachen in die ganze Welt aus.“

Gute Worte für die berufliche Zukunft hatte der diesjährige Träger des Aachener Ingenieurpreises, Manfred Weck, für den akademischen Nachwuchs, aus gesundheitlichen Gründen vorgetragen von seinem Kollegen und Nachfolger am Werkzeugmaschinenlabor, Christian Brecher: „Halten Sie sich ihr berufliches Leben lang attraktiv durch Fortbildung und bleiben Sie authentisch.“

Dann rückte endlich der Höhepunkt, der Hütewurf, nahe. Eine schwierige Sache, wie Schmachtenberg befand, denn man hat nur die eine Chance für ein schönes Bild. Dann war der Moment da – über 1000 Hüte flogen in den Aachener Himmel. Nachdem alle Hüte wieder ihre Besitzer gefunden hatten, ging es zum gemütlichen Teil des Nachmittags.

Der Hütewurf wurde fürs Familienalbum noch mehrfach nachinszeniert. In verschiedene Richtungen wird es die Absolventen jetzt verschlagen. Sirrka Porada und Carlo Schmitt werden in Aachen bleiben. Sie promovieren an verschiedenen Instituten der Universität.

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