Graduierte bringen alles unter einen Hut

Von: Marie Eckert
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Gut behütet in die Zukunft: Die Graduierten warteten im Pulk auf ihren Einzug ins Dressur-Stadion. Foto: Andreas Schmitter
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Anschließend war ausreichend Zeit für das ein oder andere persönliche Erinnerungsfoto. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Hut als das Kleidungsstück schlechthin – über 1000 Besucher und Besucherinnen trugen ihn am Samstag im Dressurstadion. Schwarz mit einer Kordel im RWTH-Blau und einem kleinen „2016“-Anhänger: Der Graduiertenhut sah nicht nur schick aus, den Absolventen der RWTH war er in der Soers gleichzeitig auch ein Sonnenschutz.

Zum ersten Mal nämlich war das Wetter so richtig gut, als die die ehemaligen Studenten und Doktoranden im Dressurstadion ihren Abschluss feierten.

In diesem Jahr fand die Feier zum dritten Mal statt, bei der als Höhepunkt alle Absolventen, ganz nach amerikanischen Vorbild, ihre schwarzen Graduiertenhüte hoch in die Luft werfen. Rund 1100 junge Leute, die ihren Bachelor, Master, ihr Diplom oder ihre Promotion an der RWTH erfolgreich abgeschlossen haben, waren mit ihren Freunden und Familien gekommen, um genau das zu feiern.

Der Innenbereich des Stadions war größtenteils den Absolventen gewidmet – und kurz vor Beginn der Veranstaltung leer. Aufgeteilt nach den zehn Fakultäten standen die Hauptpersonen des Tages zu diesem Zeitpunkt nämlich noch vorm Stadion und warteten auf ihren feierlichen Einzug. Nacheinander liefen die Absolventen samt Graduiertenhut in Zweierreihen ein, begleitet von Orchester-Musik. So zogen die Maschinenbauer zum Beispiel zum berühmten „Star-Wars“-Lied ein – und füllten von allen Fakultäten den Innenraum des Stadions augenscheinlich am deutlichsten auf.

„Trotz der Tradition brauchen wir auch ab und an etwas Neues“, erklärte RWTH-Rektor Prof. Ernst Schmachtenberg, nachdem die letzte Fakultät im Stadion Platz genommen hatte. Gemeint hatte er damit die Auszeichnung der besten Studenten und Doktoranden – sie trugen eine orange Kordel, zogen gesondert ins Dressurstadion ein und komplettierten schließlich das Meer aus schwarzen Hüten, um es bildlich zu beschreiben.

Zwischendurch gab’s eine kleine Überraschung in Form eines Flashmobs: Zum Klassiker „We will rock you“ erhoben sich alle zum kräftigen Mitklatschen, einige Absolventen lösten sich zum Tanzen aus den Reihen. Nach und nach stießen immer mehr kleine und große Tänzer dazu, bis am Ende der gesamte Raum vor der Bühne voll von tanzenden Menschen war.

Natürlich wurden die Absolventen auch in einigen Reden bedacht. „Die Öcher sind richtig stolz auf Sie“, verkündete da zum Beispiel OB Marcel Philipp. „Sie können heute sehr zufrieden mit sich sein“, fügte Schmachtenberg hinzu und hatte auch eine Botschaft an die Eltern. „Sie können jetzt aufhören, sich Sorgen um Ihre Kinder zu machen – das sind jetzt Erwachsene.“

Auch der diesjährige Träger des Aachener Ingenieurpreises, der deutsche Astronaut Thomas Reiter, sprach zu den jungen Absolventen und betonte: „Erhalten Sie sich Ihre Neugier und Ihre Begeisterung für das Neue und für Ihren Beruf.“

Und so gut die Hüte auch vor und während der Veranstaltung als Sonnenschutz hergehalten haben, „nun müssen sie auch mal gelüftet werden“, sagte Schmachtenberg – und nach dem Countdown bot sich ein in Aachen noch nie gesehenes Bild: Über 1000 Graduiertenhüte, die alle in derselben Sekunde in Richtung des strahlend blauen Sommerhimmels flogen.

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