Goldener Schutz vor dem Streit mit den Stiftsherren

Von: svp
Letzte Aktualisierung:
7743288.jpg
Vereidigung der Goldschmiede: Michael und Michaela Wirtz (Stifter des Schlosses), Lothar Schmidt (Silberschmied), Georg Comouth (Innungsmeister), Thomas Zintzen (Goldschmied), Marcel Phillip und Stefan Blücken (Silberschmiedemeister) beim Eintrag. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das neue Schloss für den Marienschrein ist der Öffentlichkeit präsentiert worden, die Vereidigung der Goldschmiede, die den Marienschrein zur Heiligtumsfahrt öffnen und danach wieder verschließen, ist ein weiterer Schritt bei der Vorbereitung für die Pilgerreise.

Die Vereidigung übernimmt seit knapp 600 Jahren der Oberbürgermeister der Stadt Aachen, denn bei ihm liegt seit 1425 die Mitverantwortung für den Schutz der Reliquien des Marienschreins. Für Marcel Philipp ist diese Vereidigung eine Premiere in seiner bisherigen Laufbahn: „Ich freue mich, dieses Ereignis, was nur alle sieben Jahre stattfindet, mitzuerleben. Mit der Heiligtumsfahrt beginnt eine spannende Zeit für den Dom und die gesamte Stadt.“

Die anwesenden Schmiede leisten unter anderem gegenüber dem Oberbürgermeister den Eid, alles „nach dem Herkommen gemäß“ zu tun. Der Erste, der das feine Papier im Weißen Saal des Rathauses unterzeichnet, ist Stephan Bücken, Goldschmiedemeister und Hersteller des Schlosses von 2007. Jetzt, sieben Jahre später, darf er am 20. Juni genau dieses wieder öffnen und am 29. Juni, wenn die Heiligtumsfahrt beendet ist, den Marienschrein verschließen. Allerdings gibt es dann ein neues Schloss und das von Bücken reiht sich zu den anderen ehemaligen Schlössern ein.

Thomas Zintzen ist der Mann, der das neue Schloss für den Marienschrein angefertigt hat und ebenfalls Unterzeichner der Vereidigung ist. Genau wie auch Georg Comouth, Obermeister der Gold- und Silberschmiedeinnung, sowie Lothar Schmitt, Domgoldschmied des Heiligtums, zur Signatur anwesend sind. Sie werden Zintzen beim Brechen des Schloss-Bügels helfend zur Seite stehen. Das Konkustodienrecht bekam die Stadt deshalb, weil sich rund um die Heiligtumsfahrten immer Streitigkeiten mit den Stiftsherren im Dom ergeben hatten.

Sowohl Gewohnheitsrechte als auch Diskussionen um die Zeremonien im Dom haben für Zündstoff gesorgt, weshalb ein wichtiger Grundsatz der Vereidigung ist, dass die Stiftvertreter und die Stadt einen „braven in der Stadt ansässigen Schmied wählen sollen, der von beiden Seiten in Eid und Pflicht zu nehmen sei“. Bei der Öffnung des Schreins müssen dann Bürgermeister, Rat und Stiftvertreter anwesend sein.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert