Goldener Boulevard statt Blech am Forum

Von: Matthias Hinrichs
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Sonntag geht‘s ab – und einmal mehr in vielen kleinen Schritten: Die Organisatoren der „königlichen“ Parade aus dem Ludwig Forum und dem Stadtteilbüro legen die Verkehrsachse vor der alten Schirmfabrik von 12 bis 17 Uhr komplett lahm – und fiebern ungezählten Aktionen beim großen Fest entgegen. Mit den Dezernentinnen Gisela Nacken und Susanne Schwier (4. und 5 v.l.) freuen sich Julia Küchle, Esther Boehle, Brigitte Franzen, Fabian Kumkar, Silke Gärtner und Elvire Ngouah Bôh (v.l.) auf zahlreiche begeisterte Fußgänger. Foto: Andreas Steindl
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Kinder zeigen Kunst – und ihren Stadtteil: Im Forum sind längst ungezählte Beiträge junger Kreativer zu bewundern – bei freiem Eintritt.

Aachen. So viel können die Gestalter des Stadtteils – und das sind am Ende Tausende – schon jetzt versprechen: Aachens „Nordlichter“ erstrahlen am Wochenende in ungeahntem, gar güldenem Glanz.

Kompletter Stillstand wird auf der Jülicher Straße allein dem Blech verordnet – wenn das „Kinderkönigreich“ aus dem Ludwig Forum mit Pawel Althamer an der Spitze den Asphalt stürmt und ungezählte Bürger und Initiativen aus dem Stadtteil die Lebensader des Viertels auf gänzlich neue Weise zum Pulsieren bringen.

Denn die wohl größte Party, die je zwischen St. Elisabeth und der alten Schirmfabrik gefeiert wurde, kommt obendrein im Doppelpack daher – wie die zuständigen Dezernentinnen Gisela Nacken und Susanne Schwier am Mittwoch „vor Ort“ betonten. Das Mitmach-Projekt des bekannten polnischen Künstlers Althamer steuert auf seinen ultimativen Höhepunkt zu. Und das rund 20 Millionen Euro schwere Erneuerungsprogramm „Aachen-Nord“ blickt nach fünf Jahren auf eine erfolgreiche „erste Halbzeit“ zurück.

Parade statt Pkw heißt deshalb die Losung: Das einzige Fahrzeug, das nächsten Sonntag von 12 bis 17 Uhr auf der fünfspurigen Achse zwischen der Kreuzung Lombardenstraße und Blücherplatz bewundert werden kann, soll nämlich der goldfarbene Bus sein, der Althamer und dessen Warschauer Gefährten mit ihrer Performance „Gemeinsame Sache“ bereits in viele Länder der Welt begleitet hat. Rund 150 Teilnehmer sollen derweil in die selbstredend ebenfalls goldfarbenen Anzüge schlüpfen, welche Esther Boehle für sie bereithält.

„Von St. Elisabeth aus zieht die goldene Karawane bis zum Dom und zurück zur Schirmfabrik, wo ein pralles Festprogramm wartet“, berichtet die Kuratorin des Ausstellungsprojekts voller Begeisterung. Auf einem riesigen Rollrasen kann man nach Herzenslust picknicken, im Zuge des denkbar basisdemokratischen „Zeichnerkongresses“ wird die Fassade des Forums mit einer Fülle von Kunstwerken geschmückt, die vor allem die „Kinderkönige“ im Viertel in den vergangenen Monaten gestaltet haben. Neben zahlreichen weiteren kreativen Angeboten für Große und Kleine warten Hüpfburg, Kinderschminken, Bobbycar-Parcours und natürlich reichlich Tanz und Musik (siehe Info).

„Die Menschen im Umfeld sind schon jetzt völlig fasziniert von der Idee, die Straße im Wortsinn neu zu erobern“, weiß Silke Gärtner vom Stadtteilbüro. „Und sie können stolz sein auf die enorme Zahl von Aktionen, die sie auch selbst zur nachhaltigen Aufwertung und Verschönerung des Viertels angestoßen und mitgestaltet haben.“ Allein die haben sich in den vergangenen Jahren auf über 60 summiert.

Weitere zehn Großprojekte krönen die bisherige Bilanz des maßgeblich von EU, Bund und Land geförderten Erneuerungsprogramms, resümierte Gisela Nacken voller Anerkennung: vom Kultur- und Begegnungszentrum im alten Busdepot an der Talstraße über die Neugestaltung von Rehm-, Ober- und Wenzelplatz sowie etlicher Spielplätze bis hin zum LuFo-Park und nicht zuletzt der Sanierung zahlreicher Wohnhäuser.

„Und wir sind froh und stolz, dass das Forum sich mit Althamers Aktion in wunderbarer Weise geöffnet hat, dass Stadtgestaltung und Kultur in diesem Viertel weiter Hand in Hand gehen“, meinte Kulturdezernentin Susanne Schwier in frohem Einvernehmen mit Dr. Brigitte Franzen. „Ich denke, es ist uns gelungen, die Herzen für dieses Haus als wichtigem Raum für zeitgenössische Kunst zu öffnen“, sagte die Museumsdirektorin. „Dafür danken wir den zahlreichen Beteiligten – nicht zuletzt aus der Verwaltung –, die die Realisierung der Parade und des Straßenfestes ermöglicht haben.“

Einmal mehr sind jetzt also die „ganz normalen“ Öcher am Zuge, die goldenen Zeit für Aachen-Nord als funkelnde Fußgänger zu krönen.

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