Goldene Zeiten im einst tristen Norden

Von: svp/mas
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Gold bestimmt das Bild an diesem Sonntag: Der Kinder- und Jugendchor aus Verlautenheide singt „Das Königreich de Kinder ist endlich bereit“. Foto: Andreas Steindl
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Grüne Lunge statt grauer Asphalt. Zumindest für diesen Tag ist Muße auf der Jülicher Straße angesagt.
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Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Die goldene Parade zieht bis in die Innenstadt.

Aachen. Wenn mitten auf der sonst so stark befahrenen Jülicher Straße ein großes Stück Wiese ausgelegt ist, und ein paar Meter weiter eine weiße Wand kunterbunt angemalt wird, dann ist die Mission klar: Hier geschieht Außergewöhnliches. Könige führen Regie – und die Meisten in goldenen Anzügen. Gemeinsam verwandeln sie die fünfspurige Straße am Sonntag in ein überwiegend glänzendes Reich.

Es ist kaum 12 Uhr, da sind die goldenen Anzüge schon alle vergeben. Tanja Peters ist eine der wenigen, die zumindest noch eine Goldfolie erhaschten, in die man sich einwickeln konnte. Ein Anzug wäre ihr lieber gewesen, sagt sie. Doch von denen gab es nur 200 Stück.

Für die Menschlichkeit und für die Kunst gingen die Goldmenschen beim Fest an der Jülicher Straße auf die Straße. Die Parade wandert von St. Elisabeth bis zum Dom und wieder zurück. Auf dem Straßenfest mischen sich die goldenen Gestalten dann später mit den anderen Besuchern. Vielen ist die goldene Bekleidung nicht genug: Sie tragen gebastelte Hüte oder ziehen Karren mit kleinen Kunstwerken hinter sich her.

„Wir haben es geschafft, wir sind so weit, das Königreich der Kinder ist endlich bereit“, singt der Kinder- und Jugendchor aus Verlautenheide zu Beginn des Festes. Und diese kleine Hymne gilt dem Kinderkönigreich, das der polnische Künstler Pawel Althamer im Ludwig Forum ausgerufen hat. Kinder und Erwachsene gestalten das Haus derzeit nach ihren Vorstellungen. Und so sind viele beim Fest auch dort unterwegs, um gemeinsam mit ihren Kindern Wände zu bemalen.

Draußen herrscht derweil buntes Treiben. Und da es bei dem Fest nicht allein um das Kunstprojekt von Althamer geht, sondern auch um das Projekt „Soziale Stadt Aachen-Nord, gibt es jede Menge Informationen zu dem Thema.2014 ist Bergfest des auf zehn Jahre angelegten Sanierungsprogramms. Das Stadtteilzentrum Depot, die Plätze im Rehmviertel, die Projekte im Quartier Wiesental und der neu gestaltete Lufo-Park sind Beispiele für Erneuerungen innerhalb des Projekts.

Hingucker des Festes sind aber die goldenen Anzüge. Pawel Althamer hat die Performance bereits 2008 als Nachbarschaftsprojekt ins Leben gerufen und danach in verschiedene Städte gebracht. Sich selber fremd fühlen und die Umgehung so mit neuen Augen sehen, das war eines der Ziele der Aktion. Die Farbe Gold hat dabei eine besondere Bedeutung: Sie soll eine Anspielung sein auf die spirituelle Gemeinschaft und auf ersehnten Wohlstand.

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