Aachen - Glücksgefühl beim Blick auf die Stoppuhr

Glücksgefühl beim Blick auf die Stoppuhr

Von: Andreas Steindl
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Legten los wie die Feuerwehr: Der Nachwuchs eröffnete den Sylvesterlauf vom Markt aus über die 2,2-Kilometer-Distanz. Insgesamt starteten 2100 Aktive.

Aachen. Die Geschäfte haben längst geschlossen. Und doch herrscht in der Großkölnstraße bis hinauf zum Markt dichtes Gedränge. Der Sport hat die Innenstadt erobert: „Aachener Sylvesterlauf” sowie eine Startnummer sind auf jeder Brust gut zu erkennen.

Über 2100 Paar Beine rennen mal mehr, mal weniger elegant bis zu fünf Mal über den Markt in Richtung Jakobstraße, Trichtergasse, Paulusstraße sowie Karlsgraben und wieder durch die Großkölnstraße zum Ziel vor dem Rathaus. Alles hat prima geklappt.

„Verlaufen hat sich trotz neuer Streckenführung niemand”, resümiert Ferdi Schlag vom Veranstalter DLC-Aachen später lachend auf der Bühne der Aachener Zeitung, auch dieses Jahr Medienpartner der Veranstaltung. Und mit den Teilnehmerzahlen ist Schlag ohnehin zufrieden.

Auch Mustapha Raklami, seine Frau Gabi sowie die Kinder Nadja (8) und Yassin (6) tragen sich in die Starterlisten ein: „Wir haben schon beim Benefiz-lauf mitgemacht, heute wollen wir einfach das Jahr sportlich beenden und die Stimmung genießen”, fasst der Marokkaner stellvertretend für viele Teilnehmer die Motivation zusammen.

Und die Jüngsten träumen von den vielen Pokalen, die in der Aula Carolina auf die Besten warten: „So ein Pokal wäre schon schön”, sieht Nadja Raklami (8) den silbernen Pott schon in ihrem Kinderzimmer stehen.

Dazu muss sie sich allerdings gegen rund 200 andere Kinder behaupten, die über die 2,2-Kilometer-Strecke an den Start gehen. Und im Ziel gab es für alle eine Medaille der Sparkasse.

Während die Kinder um Medaillen kämpfen, bereitet sich Vorjahresgewinnerin Claudia Leschnik auf ihren letzten Start im roten Trikot der Aachener TG vor: „20 Minuten warmlaufen, dehnen und Steigerungslauf, wie immer”, verrät die 2009 für Alemannia Aachen startende Spitzenläuferin ihr Geheimnis.

Warm ist es Rolf Schineller (Foto) nach fünf Kilometern auf jeden Fall: „Es war sehr hart, aber ich habe es geschafft”, strahlt der 50-Jährige erschöpft, aber glücklich später im Ziel. Dabei zeigte auch das von der AZ im Vorfeld mit dem DLC und MedAix angebotene Lauftraining mit Trainerin Mariam Kreusing Wirkung: 35:51 Minuten zeigt die Stoppuhr für den Laufneuling. Er ist happy.

Hart ist es aber auch für wesentlich erfahrenere Läufer wie Philipp Nawrocki, der nach längerer verletzungsbedingter Pause wieder an den Start geht, seinen Vorjahressieg über zehn Kilometer aber knapp nicht verteidigen kann: „Auf der Großkölnstraße ging die Post ab, da konnte ich nicht mehr nachsetzen”, ist der ATG-Starter dennoch zufrieden.

„Einfach geil”, findet es Claudia Leschnik dann im Ziel. Aus gutem Grund: Wie im Vorjahr steht sie über fünf Kilometer ganz oben auf dem Treppchen und das, obwohl sie monatelang verletzungsbedingt keinen Wettkampf bestreiten konnte. „Auf dem Markt habe ich immer wieder meinen Namen gehört, da ist der Sieg gleich doppelt so schön”, hat die dauerstrahlende Gewinnerin auch Zeit, die besondere Atmosphäre aufzusaugen.

So schnell war Peter Borsdorff nicht unterwegs: Immer wieder hält er am Streckenrand an, um sich Geld in seine Sammelbüchse stecken zu lassen. „Rund 40.000 Euro sind so dieses Jahr und gut 300.000 Euro in den letzten 15 Jahren bei verschiedenen Läufen für Kinder in Not in unserer Region zusammengekommen”, berichtet Borsdorff stolz, aber bescheiden auf der Bühne AZ-Redakteur Hans-Peter Leisten, der mit Klaus Offergeld vom DLC Aachen die Wettbewerbe moderiert.

Ob Lauftreffs, Familien, Einzelstarter, Profi oder Amateur - die 31. Auflage des Laufs war für alle ein voller Erfolg. Das sahen auch einige der vielen tausend Zuschauer so und manch einer fasste spontan einen guten Vorsatz: trainieren für den Sylvesterlauf 2009.

10 Kilometer-Männer: 1) Christian Schreiner, Köln, 32:20; 2) Alois Wolf, Germania Vossenack, 32:28; 3) Philipp Nawrocki, Aachener TG (ATG), 32:43.

10 Kilometer Frauen: 1) Nadja Wyenberg, Niederlande, 36:19; 2) Ursula Gatzweiler, Köln, 37:31; 3) Heike Herma, Herzogenrath, 40:30.

5 Kilometer-Männer: 1) Mussa Hudrog, Team Runners Shop, 14:37; 2) Bastian Orthen, ATG, 15:39; 3) Mathias Schumacher, ATG, 15:47.

5 Kilometer-Frauen: 1) Claudia Leschnik, ATG, 17:23; 2) Caroline Kniebs, Malmedy, 17:38; 3) Kristina Ziemons, ATG, 17:50.

2,2 Kilometer Jungen: 1) Frederik Ruppert, LC Herzogenrath, 7:17 ; 2) Christian Zillekens, Osterather TV, 7:21; 3) Till Heinen, Rot-Weiß Schlafhorst, 7:53.

2,2 Kilometer Mädchen: 1) Jennifer Laschet, LG Stolberg, 8:13 ; 2) Susanne Braun, LG Stolberg, 8:25; 3) Alice Eymael, Aachen, 8:58.

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