Glossiert: Wie die Mandarinente die Exzellenz-Uni überflügelt

Von: Robert Esser
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Aix Vinum Veritas, im Öcher Wein liegt die Wahrheit: Das scheinen die beiden Schwimmenten - namens Aix Galericulata und Aix Sponsa - schon zu ahnen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Äh, bitte nicht abheben: Aber der Aachener darf auf die ostasiatische Mandarinente und die nordamerikanische Brautente ehrlich stolz sein. Die gehören nämlich - keine Zeitungsente! - einer quietschfidelen Schwimmenten-Gattung namens Aix an. Aix? Hoppla, haben wir doch schon mal gelesen, oder?

Und jetzt die schnöde Erkenntnis: In Aix-la-Chapelle (franz. Wasser zur Pfalzkapelle) überflügelt sogar schnatterndes Federvieh in Sachen „kreatives Wortrezept” die elitäre RWTH Aachen. Peinlich. Die nennt sich schließlich nur „exzellent” und verpönt aixorbitante Öcher Wortschöpfungen à la Aixellenz-Uni. Da mundet uns die Ente naturgemäß mehr.

Andere verkaufen das besser: etwa das kaiserstädtische Spezialitäten-Geschäft „Aixcellent” am Markt und die Ebay-Powerseller „Aixsellent” im Pontviertel. Ganz schön bunt treibt´s „Farbklaix” für den Künstlerbedarf. Und dass im Wein die Wahrheit liegt, weiß man natürlich bei „Aix Vinum” (Kleinmarschierstraße) und in den „Caves d´Aix” im Frankenberger Viertel. Von da aus finden kulinarische Aixperten direkt in die „Brasserie Aix”.

Für weitere Wege - vielleicht zum Holzkohlengrill „Aix Oriente” oder den Friseuren von „Aixline” - empfehlen sich Drahtesel von „Aix Bikes”, Blechkarossen von „Aix Automobile” oder von „Aixclusive Car´s and more”. Im Pannenfall geht´s zum „Car-Aix-Press”. Wer auf Briefmarken und Auktionen steht, wird bei „Aix Phila” fündig, Buchfreunde schwören auf „Aix Libris”.

Spirituelles bietet die Esoterikfachmesse „Eso d´Aix” in der FH Aachen. Und wenn´s nicht hilft: Psychopharmaka und mehr testet das Forschungsinstitut „Aix Scientifics” am Klinikum. Kreative Mode präsentiert „Aixtravaganza” in der Annastraße. Ein Bild machen kann man sich von all dem am Löhergraben im Fotostudio „Aix-Klusiv”.

Apropos Kunst: „Oase Aix la Chapelle” bietet am Karlsbrunnen zwar mehr Orientteppiche als Karolinger-Klunker, bekennt sich aber unmissverständlich zu Aachen. Darauf setzt auch das freie „Aixpertentheater”. Und auf Bretter, die die Welt bedeuten, versteht sich die Schreiner-Firma „Aixakt”. Genauso wie der Halbleiter-Riese „Aixtron”.

Wär doch verhaixt, wenn künftig nicht noch mehr Öcher auf Aix abfahren. Wie wär´s mit „Aix und Hopp” für die städtische Müllabfuhr? Oder „Laix Aachen” für die nächste Rathaus-Agenda? Und wenn Sie in Firma oder Partei keine Zustimmung finden, jagen Sie Ihren Partner ins Aixil. Verzeihung, Aix-Partner, natürlich. Das ist nur der natürliche Aixodus für Leute mit zu wenig Liebe für unsere Weltstadt.

Denn: Aix-la-Chapelle erwuchs aus dem altgermanischen „Ahha” (Wasser) übers lateinische Aquisgranum. Wobei die Aachener Enten dann irgendwie bis nach Nordamerika und Ostasien geschwommen sind. Da ist man in Oche schon aixtrem platt.
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