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Glossiert: Für 70 Cent ins Museum? Aber nur per Bus und bis zum 1. März...

Ein Kommentar von Matthias Hinrichs

Wussten Sie eigentlich, dass die Aseag seit Jahr und Tag ein „Museumsticket“ anbietet? Wussten Sie nicht? Na, dann haben Sie sich eben einfach nicht clever genug informiert. Oder sollte es doch am offenbar eher bescheidenen Aufwand beim Marketing liegen?

 Fragen über Fragen. So viel steht allerdings fest: Schon seit Mitte 2012 hält die Stadt in bewährter Zusammenarbeit mit den ÖPNV-Gewaltigen besagtes Schnäppchen feil. 6,10 Euro kostet das zurzeit für Erwachsene, wenn sie innerhalb des Stadtgebiets einen der kommunalen Kunsthorte ansteuern wollen. Klingt erstmal prima, oder? Zumindest wenn der geneigte Nutzer ebenfalls bereits in die Jahre gekommen ist. Dann sollte er auf die smarte Offerte in jedem Fall richtig abfahren. Allerdings nur dann – und nicht mehr lange. Das liegt auch und vor allem daran, dass die Eintrittspreise für Lufo, Suermondt-Ludwig, Centre und Co. zum 1. Januar bekanntlich mehr oder weniger drastisch geklettert sind.

Seit der Jahreswende muss man an den Museumskassen in der Regel sechs statt vordem fünf Euro berappen, ein herkömmlicher Aseag-Fahrschein fürs Stadtgebiet schlägt inzwischen mit immerhin 2,70 Euro für die Hin- und 2,70 für die Rückfahrt zu Buche. Heißt: Unter den gegeben Umständen zahlt Otto Normalverbraucher sensationell mickrige 70 (in Worten: siebzig) Cent drauf – schon kann er zum Beispiel ein Rendezvous mit der Supermarket-Lady vereinbaren und umweltfreundlich, ganz ohne Parkplatzstress an- und auch wieder abreisen. Das ist die eine Seite. Kehrseite der phänomenalen Fahrkarte: Für musisch veran(sch)lagte Menschen, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bringen die seinerzeit vereinbarten Rabatte – rein gar nichts (mehr).

Theoretisch zahlen Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren innerhalb der Stadtgrenzen derzeit nämlich 5,10 Euro fürs besagte Angebot, kulturbewegte Kiddies zwischen sechs und 14 sogar nur 4,10 Euro. Und ein Familienticket inklusive Museumsgastspiel gibt‘s für 13,55 Euro. Allein: Diese Rechnung dürfte allenfalls noch gewisse Milchmädchen locken, denen ein Rendezvous mit einem gewissen Adam Riese noch nie in den Sinn gekommen ist. Denn: Seit knapp vier Wochen löhnen Leute bis 21 Jahre exakt 0,00 Euro, um in den Genuss der städtischen (Dauer-)Ausstellungen zu kommen. Wer braucht da noch ein Kombiticket...

Nun gut. In der Tat sei die Aseag von der vergleichsweise hurtig vollzogenen Preiserhöhung an den Museumspforten (beschlossen und verkündet im November) ziemlich kalt erwischt worden, heißt es beim Kulturbetrieb. Deshalb wird jetzt mit der berühmten heißen Nadel an einer „Anpassung“ der kombinierten Kalkulationen gestrickt. Will sagen: Das unerhört billige Billet wird teurer. Fragen Sie jetzt bitte nicht, wie teuer. Denn das wird wohl nicht vor Mitte Februar geklärt sein.

Die Verhandlungen zwischen Stadt und Aseag laufen auf Hochtouren, hört man. Denn schon zum 1. März soll der „angepasste“ Rabatt eingeführt werden. Bis dahin freilich könnte sich das nach wie vor vorhandene, nunmehr sensationelle Angebot (erhältlich selbstredend in allen einschlägigen Anlaufstellen für den ÖPNV respektive an den Museumskassen) eines ebenso rasanten Absatzes erfreuen.

Wenn, ja wenn Sie – ja, Sie! – das denn (endlich) mal zur Kenntnis nähmen. Bei der Aseag erfährt man nämlich auch, dass das Kombiticket im vergangenen Jahr denkbar schlappe 50 Mal gebucht worden ist – trotz einschlägiger Infos auf den Internet-Seiten aller Beteiligten. Vielleicht satteln die Verantwortlichen bei der Stadt also künftig doch noch ein bisschen drauf – in Sachen Reklame, versteht sich.

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