Glocken erinnern an das Kriegsende

Von: hpl
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Aachen. Die Betroffenheit ist Hans-Joachim Geupel deutlich anzumerken. Betroffenheit im besten Sinne, im Sinne von „das betrifft mich“. Genau auf diesen Effekt hatte der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Lebensraum gehofft bei seinem Ansinnen, die Ereignisse zum 21. Oktober 1944 zu dokumentieren, zu bewahren und vor allem zur Diskussion zu stellen.

Entstanden ist daraus das Projekt „70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen“. Aus der Planungsphase ist das Unternehmen jetzt – quasi auf halber Strecke – längst heraus. Und Hans-Joachim Geupel blickt voller Zuversicht auf den 21. Oktober 2014, den Tag, an dem vor 70 Jahren Aachen durch die Alliierten befreit wurde.

Inzwischen wird das entsprechende Paket immer fester geschnürt. Die Bürgerstiftung hat erfolgreich Zeitzeugen gesucht, die die Ereignisse vom Herbst 44 in der Erinnerung wieder lebendig werden lassen. 15 Aachener und Aachenerinnen haben sich gemeldet, die bei einer Veranstaltung im Ballsaal des Alten Kurhauses am 21. Oktober aus ihrer subjektiven Sicht erzählen werden. Auf festliche Reden wird bewusst verzichtet, dafür sollen zu einem noch nicht festgelegten Zeitpunkt möglichst alle Kirchenglocken in Aachen eine Art Friedensbotschaft hinausläuten. Anita Zucketto-Debour vom Regionalpastoralrat hat alle katholischen Gemeinden um akustische Unterstützung gebeten.

In den vergangenen Monaten ist durch die Initiative der Bürgerstiftung ein Netzwerk entstanden. Das freut Geupel ganz besonders, denn er interpretiert dies als Indiz für das enorme Interesse der Bevölkerung an den Vorgängen vor 70 Jahren – vor allem, da Aachen als erste befreite Stadt auch in der Erinnerung an die Geschehnisse ein Muster für andere deutsche Städte sein kann.

In der Tat haben sich zahlreiche Einrichtungen und Privatpersonen inzwischen eingebracht. Etwas sperrig ist anscheinend alleine die Kooperation mit Schulen. Über die Gründe möchte Geupel nicht spekulieren. Umso mehr freut er sich aber, dass eine Klasse des Rhein-Maas-Gymnasiums 20 künstlerische Arbeiten erstellt hat, die sowohl am 21. Oktober im Alten Kurhaus gezeigt werden, als auch in ein Buchprojekt einfließen. Dieses Buch wird integraler Bestandteil von „70 Jahre Frieden und Freiheit in Aachen“, was seinerseits ein Standardwerk zum Thema Frieden und Freiheit in Aachen werden soll.

Parallel arbeiten zwei Historiker an einem wissenschaftlichen Buch zum Thema. Dr. René Rohrkamp widmet sich in „Schlacht um Aachen“ einer Rekonstruktion der militärischen Operationen im September/Oktober 1944 und Peter M. Quadflieg beleuchtet die „Schlacht um Aachen“ im Gedächtnis der Stadt (1944 bis 2014). Hier geht es um eine Versachlichung der Diskussion um das Ende des Zweiten Weltkrieges als Tag der Befreiung.

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