Aachen - „GloBalladen”: Populärer Pantomime kanns auch mit Worten

„GloBalladen”: Populärer Pantomime kanns auch mit Worten

Von: Robert Flader
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Globo
Comedy-As Globo stellte sein neues Programm vor begeisterten Zuschauern im Saalbau Kappertz vor. Der Meister der Mimik spricht neuerdings auch dabei. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Angeritten kam er. Auf einem imaginären Pferd. Er, der von sich selbst behauptet ein bisschen verrückt zu sein und bei dem Humor ganz groß geschrieben wird.

Da kam er nun angeritten und fing an von seinen Erfahrungen aus der Kappertzhölle zu berichten, seine „Sommermädchenküssetauschelächelbeichte” abzuleisten und über den Monolog eines asthmatischen Regenwurmes zu philosophieren. Dass er sich selbst auch ein bisschen als Spinner bezeichnet, kann da kaum mehr überraschen.

Er, das ist Globo. Im richtigen Leben heißt Globo Alfred Gerhards, ist unter anderem Seminarleiter für Körpersprache, Kommunikation und Kreativität und Humorberater. Doch spätestens wenn er auf der Bühne steht, ist er nicht mehr Alfred Gerhards, sondern Globo - und das seit mittlerweile rund 30 Jahren.

So wie am Freitag, als er sein neues Programm, die „GloBalladen”, im ausverkauften Saalbau Kappertz vorstellte. Doch sein insgesamt zehntes Bühnenprogramm hatte diesmal eine entscheidende, nämlich verbale Neuerung parat: Globo, der populäre Pantomime und Meister der Mimik, spricht seit neuestem. Und das auch eindeutig nicht zu wenig!

Gedichte und Balladen der letzten 200 Jahre von Lewis Carroll bis Erich Kästner, von Karl Valentin bis Heinz Erhardt wurden von Globo auf ganz eigentümliche Art und Weise vorgestellt. Mal komisch, mal „verzwaufelt”, mal unmoralisch oder skurril: Globo hatte immer die passende Antwort parat.

Herzerwärmend wars in jedem Fall, konnte doch so mancher Zuschauer vor Lachen seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Dass der Abend für die zahlreichen Gäste äußerst kurzweilig verlief, dafür sorgte Globo auf seine ganz eigene Art: Brauchte er Beistand, schnappte er sich einfach einen Zuschauer, der ihm die „Sommermädchenküssetauschelächelbeichte” abnahm.

Der Saal tobte als Wulf Frauenhoff mit Cowboyhut peinlich berührt neben Globo saß, der als blonde Schönheit den Ahnungslosen zu verführen versuchte. „Das hätte ich mir nicht träumen lassen”, staunte Frauenhof nicht schlecht. Als Globo dann noch über die sonderbaren Brüder (seine beiden komischen links- und rechtsradikalen Schuhe) referierte und der jungen Dame vorm Schuhgeschäft ein paar markige Worte zuwarf, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt.

Von wem stammten die Gedichte eigentlich ursprünglich nochmal? Von Kurt Kästner? Erich Tucholsky? Kleine Zuordnungsschwierigkeiten auch bei so prominenten Namen führten gleichsam zu Verwirrung und Belustigung. Keine Frage, die „GloBalladen” sorgten für zahlreiche Brüller und sein Ziel, die Dichtung zu „globolieren”, dürfte Globo mit Leichtigkeit erreicht haben.

Dabei kommt es dem Comedy-As, grundsätzlich keineswegs nur auf den oberflächlichen Witz an, das Lernen von Gedichten soll gleichsam der Vergessenheit vorbeugen. Ein durchaus ehrenwertes Ziel, aber mit seiner unnachahmlichen Art, einer nahezu perfekten Mischung aus Witz, Mimik und Gestik stellte sich so mancher Zuschauer im Saal schon die Frage, warum Globo eigentlich über Jahre hinweg als sprachlos galt.

Vielleicht ist das die einzige Frage, auf die auch der langjährige Comedian keine Antwort parat hatte. Musste er aber auch nicht, sein neues Programm sprach im wahrsten Sinne für sich und war an Komik kaum zu überbieten. Als sprechenden Pantomimen wird man Globo demnächst vielleicht öfter zu Gesicht bekommen. Reden ist ja seit neuestem Globos kleinstes Problem.
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