Gleich die erste Königin büxte den Maijungen aus

Von: Günther Sander
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Vor dem Jubiläums-Maiball präsentierten sich König Philipp (mit Schärpe) und Königin Geraldine sowie das Gefolge und das Heer der Maijungen in bester Laune vor dem Festzelt: Die Oberforstbacher Maijungen feiern in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Foto: Günther Sander

Oberforstbach. Die „Festtags-Ouvertüre“ hat erfolgreich stattgefunden, sie bildete den Auftakt zu den Feierlichkeiten der Oberforstbacher Maijungen, die seit nunmehr 60 Jahren Maibräuche aufleben lassen. Nach dem gelungenen Vorspiel steht nun am Montag, 1. Mai, die Fortsetzung des runden Geburtstags auf dem Programm.

Der soll groß gefeiert werden: mit großem Festzug und dem Aufstellen des Maibaums am Dorfplatz.

Das Wetter hatte am vergangenen Samstag alles andere als „Maicharakter“. Statt im Freien empfahl sich eher ein Aufenthalt im Festzelt an der Schwinningstraße nahe der Pfarrkirche. Aber die Maijungs und Maimädels ließen sich die gute Laune nicht verderben. Allen voran der diesjährige Mai-König Philipp Groten mit seiner charmanten Königin Geraldine.

Für „Balu“, wie Groten scherzhaft genannt wird, ist es eine große Ehre, im Jubiläumsjahr als König dabei sein zu können. „Seit 15 Jahren gehöre ich dem Traditionsverein an“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Und das mit großer Begeisterung und aus vollem Herzen. „Wir sind stolz darauf, mit vereinten Kräften Jahr für Jahr die Tradition im Ort aufrecht erhalten zu können“, so Groten. Er lobt auch die kameradschaftliche Verbundenheit zu den befreundeten Maigesellschaften aus Freund, Orsbach und Walheim. Wegen Terminen stimme man sich rechtzeitig ab, man wolle niemanden ins Gehege kommen.

Und so standen Philipp und Geraldine beim Maiball im Mittelpunkt des Geschehens, ihnen zur Seite das königliche Gefolge sowie ein Heer von etwa 30 gestandenen Maijungen. Für die nötige Erwärmung sorgte die Liveband „Wheels“. König Philipp Groten nutzte die Gelegenheit, ein wenig aus der Entstehungsgeschichte zu plaudern.

Im Juni 1957 saß eine Gruppe junger Männer, die sich „Die lustigen 13“ nannte, in geselliger Runde zusammen, unterhielten sich über das traditionelle Maisingen der Haarener Maijungen. Warum nicht auch in Oberforstbach? Gedacht, getan: Noch im gleichen Monat war die Sache geritzt. Die Anfänge verliefen aber nicht ganz problemlos, reichlich Skepsis kam aus der Bevölkerung. Aber auch in den eigenen Reihen krachte es: Dem ersten designierten Maikönig sagte seine auserwählte Maikönigin kurzerhand ab. Warum? Ihre Mutter hatte beim Schneider, der das Königskleid nähen sollte, von anderen Dorfbewohnerinnen den Ratschlag bekommen, ihre Tochter auf keinen Fall mit solch einer „wilden Horde“ durch Oberforstbach ziehen zu lassen. Man wurde bei der Suche nach Ersatz rasch fündig. Heinz Ahn und Erna Haupts gaben 1958 ein vorzügliches Königspaar ab. Von da an ging es bergauf.

Vorsitzender Oliver Knorr berichtet in der Jubiläumsfestschrift, dass man zahlreiche Höhen und Tiefen überwinden musste. Ende der 1990er Jahre drohte dem Verein gar aus Mangel an Mitgliedern die Auflösung. Der Negativtrend konnte zum Glück gestoppt werden – durch ausgezeichnete Vorstandsarbeit und auch durch stete Unterstützung von außerhalb.

Jetzt fiebern die Maijungs und -mädels dem 1. Mai entgegen. Um 13 Uhr bewegt sich der bunte Festzug durch den Ort. Hierzu werden befreundete Maigesellschaften aus der Städteregion Aachen, Vertreter der Oberforstbacher Ortsvereine, Oldtimer-Traktoren und natürlich das strahlende Maikönigspaar erwartet.

Auf dem Dorfplatz steigt eine besondere Gaudi, die alljährlich zahlreiche Besucher auf den Plan ruft: Der Maibaum wird errichtet und nach getaner Arbeit gebührend gefeiert.

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