Aachen - Glasklares Nein zur Aachener Campusbahn

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Glasklares Nein zur Aachener Campusbahn

Von: Bernd Büttgens
Letzte Aktualisierung:
Campusbahn
Das Campusbahn-Projekt für Aachen ist Geschichte! Zwei Drittel der Aachener, die sich am Bürgerentscheid am Sonntag beteiligt haben, stimmten gegen das ambitionierte Vorhaben. Foto: dpa

Aachen. Das Campusbahn-Projekt für Aachen ist Geschichte! Zwei Drittel der Aachener, die sich am Bürgerentscheid am Sonntag beteiligt haben, stimmten gegen das ambitionierte Vorhaben. Nur ein einziger der 94 Stimmbezirke brachte ein positives Ergebnis für die Bahn! Das Gesamtergebnis nach Auszählung aller 94 Stimmbezirke: 33,66 Prozent sagten Ja, 66,34 Prozent Nein.

Als erfreulich wird die Wahlbeteiligung bei diesem emotionsgeladenen Prozess bewertet: 43,03 Prozent der wahlberechtigten Aachener stimmten ab. Bei der Abstimmung zum Bauhaus Europa lag sie bei 38,5 Prozent. Krass lehnten vor allem die Außenbezirke der Stadt die Bahn ab, in Schmithof sagten gar 82,5 Prozent Nein. Der einzige Ja-Bezirk war die Schule Beeckstraße. 50,94 Prozent stimmten hier für die Bahn.

In einer ersten Reaktion zeigte sich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp zwar enttäuscht, aber nicht übermäßig überrascht: „Persönlich nehme ich die Niederlage nicht.“ Und doch sei die Entscheidung aus seiner Sicht zu bedauern. Interessanter Aspekt: Der Bau der Bahn war im Stadtrat von CDU, Grünen, SPD, Linke und UWG mit überwältigender Mehrheit verabschiedet worden. Das Ziel: Bürgerentscheid gewinnen - und dann hätte im Jahr 2019 die Campusbahn durch die Kaiserstadt rollen sollen.

Das ist nun vorbei. Der Sprecher der Bürgerinitiative „Campusbahn = Größenwahn“, Maximilian Slawinski, empfindet das Ergebnis als Bestätigung für die Arbeit gegen das Projekt: „Ich bin froh, dass wir offensichtlich alles richtig gemacht haben. Die Bürger haben gewonnen und eindrucksvoll belegt, dass der Rat in seiner Entscheidung für die Bahn danebenlag.“

Philipp hat nach eigenen Worten nicht gefallen, dass die Gegner der Bahn immer das Wort Größenwahn betont hätten: „Leute, die dieses Projekt befürworten, sind nicht größenwahnsinnig.“ Vielmehr sagt er nach wie vor, dass die Bahn eine elegante Lösung für den Aachener ÖPNV dargestellt hätte und dass nun andere Lösungen gefunden werden müssten, die sicherlich auch erhebliche Kosten zur Folge hätten.

Dennoch sorgt das Ergebnis für viele Folgedebatten. Eine stieß am Sonntag bereits der User Tobi auf Twitter an: „In Aachen sieht man gerade, dass Bürger und deren gewählte Vertreter nicht unbedingt dieselben Ansichten vertreten.“ Darüber wird sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen zu sprechen sein.

Die genauen Ergebnisse des Bürgerentscheids gibt es auch im Netz.

Die mit Strom betriebene Straßenbahn wäre mit einem Investitionsvolumen von 240 Millionen Euro das bisher größte Projekt der Stadt gewesen. Über Monate wurde das Thema heftig diskutiert. 192.600 Aachener über 16 Jahre waren am Sonntag aufgefordert, ihre Stimmen abzugeben.

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