Gitarrenfestival: Matinee würdigt die Musik Kataloniens

Von: Pedro Obiera
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Nächste Folge des „Aachen Guitar Festivals“: Im Theater Aachen spielte unter anderem das Quintett für Gitarre und Streicher musikalische Werke aus Katalonien. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Nachdem in der ersten Woche des „Aachen Guitar Festivals“ Musik der Türkei im Mittelpunkt stand, richtet sich der Blick in den restlichen Tagen bis zum 5. Juni auf die Kultur Kataloniens.

Den Auftakt machte eine gut besuchte Matinee im Theaterfoyer unter dem Titel „Souvenir d’Espagne – Kammermusik mit Gitarre“, bei der das aus Mitgliedern des Aachener Sinfonieorchesters bestehenden „Neue Musik Ensemble Aachen“ (NMEAC) wichtige Schützenhilfe leistete.

Im Zentrum des Programms standen zwei Werke des italienischen Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco und des Katalanen Feliu Gasull, der als „Festival“-Pate persönlich anwesend war. Dessen „Contra-Xions“ fanden in dem aus dem nordspanischen Kantabrien stammenden Gitarristen Jaime Velasco und neun Orchestermusikern glänzende Anwälte.

Zu hören war ein 20-minütiges, von persönlichen Erlebnissen des Komponisten beeinflusstes Werk für Flöte, Streicher, Harfe und Schlagzeug, in dem typische Rhythmen der spanischen Heimat in ein farbig schillerndes, vital vibrierendes Klangbild integriert werden, wobei die teilweise sehr dichte Instrumentierung die rhythmischen Konturen bisweilen überwuchert.

Ein grundsätzliches Problem bringt natürlich das ungleiche Verhältnis von Solo-Gitarre und neun klangstärkeren Instrumenten mit sich. Daran ändern vermag auch ein umsichtiger Dirigent wie der Aachener Geiger Marijn Simons nichts. Glänzen konnte Velasco deshalb vor allem in mehreren Solo-Monologen, die neben rhythmischem Feingefühl und spieltechnischer Meisterschaft einen ausgeprägten Sinn für reizvolle Klangeffekte erfordern.

Symphonisch angelegt

Mit Balanceproblemen ist auch das dünner besetzte Quintett für Gitarre und Streichquartett op. 143 von Castelnuovo-Tedesco behaftet. Ein eher symphonisch angelegtes Werk, in dem die Gitarre dicht in den Gesamtklang eingebunden ist und nur wenig Gelegenheit hat, sich solistisch zu profilieren. Eine Aufgabe, die bei dem Gitarristen und künstlerischen Leiter des Festivals Vicente Bögeholz und den vier Aachener Streichern mit Konzertmeister Felix Giglberger an der Spitze bestens aufgehoben war.

Schlichter ging es in zwei kurzen Duetten für Flöte und Gitarre von Feliu Gasull zum Auftakt des Programms zu. Hier stimmten die Flötistin Stefanie Faust und Vicente Bögeholz auf die folgenden, virtuos ausgerichteten Hauptwerke ein.

Begeisterter Beifall für alle Akteure und den anwesenden Komponisten. Freunden der Gitarrenmusik steht noch eine abwechslungsreiche Woche mit spanischer Musik bevor.

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