Aachen - Gisela Nacken geht mit 88 Prozent ins Rennen

Gisela Nacken geht mit 88 Prozent ins Rennen

Von: Hans-Peter Leisten
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Wegbegleiter in der Vergangenheit und Zukunft: (von links) Hermann Josef Pilgram, Parteisprecherin Katrin Feldmann, Michael Rau, Elisabeth Paul, Thea Zielinski, OB-Kandidatin Gisela Nacken, Ulla Griepentrog und Hans-Jürgen Serwe. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Jecke Zeiten, der Weg führt vorbei an Plakaten der Lachtauben und Spritzemänner, die Narren schleppen noch in Zivil das Interieur für ihre Bälle in die Burtscheider Kurparkterrassen. Doch während bei denen angeblich am Aschermittwoch alles vorbei sein soll, geht es bei den Grünen dann erst richtig los.

Und Gisela Nacken ist es bei allem Lächeln an diesem Samstag ohne jede Frage absolut ernst mit ihrem Engagement, ohne Tusch und Maskerade. Die Mitglieder der Aachener Grünen sind in die karnevalistischen Kurparkterrassen eingedrungen, um wichtige personelle Entscheidungen zu treffen. Ganz oben auf der Prioritätenliste: die Kandidatur der Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken für das Amt des Oberbürgermeisters. Nach zwei Stunden kann sie sich der Unterstützung ihrer grünen Parteifreunde für genau dieses ambitionierte Ziel sicher sein. 88 Prozent haben sich für sie als Konkurrentin des amtierenden Oberbürgermeisters Marcel Philipp entschieden (53 Ja, vier Nein, drei Enthaltungen).

Viele junge Menschen haben sich im gläsernen Saal eingefunden, in dem Nacken später Transparenz und Bürgerbeteiligung als Schwerpunkte ihrer Wahlinhalte proklamieren wird. Aber zunächst stellt sie sich eben jenen Nachwuchs-Grünen vor, dies aber quasi im programmatischen Brückenschlag: „Wir haben als Studenten nachts mit Farbe Radwege auf die Straßen gepinselt. Heute sind diese Radwege als Teil des grünen Verkehrskonzeptes beschlossen und umgesetzt.“ Viele Ideen der Grünen seien heute selbstverständliche Realität, sagt sie.

In Aachen werde schon lange eine Umwelt- und Klimapolitik betrieben, die sowohl die Nutzung von Atomenergie als auch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen überflüssig mache. Nacken spricht von Rückschlägen wie der Ablehnung der Campusbahn: „Aber auch das ist Demokratie.“ Sie weiß um ihre durchaus umstrittenen Positionen – gerade in der derzeit hochbrisanten Auseinandersetzung um die Schaffung des Windparks im Münsterwald. Nacken ist für einen Moment ganz Verwaltungsfrau, als sie nicht nur den Grünen, sondern allen Betroffenen versichert: „Wir werden nichts machen, was gegen das Gesetz ist; und Verwaltung kann nicht gegen das gültige Recht beschließen.“ Aber sie versichert auch, dass sie sich ein „dickes Fell“ zugelegt habe. „Ich weiß, dass ich polarisiere. Aber jemand, der polarisiert, kann nicht für Stillstand stehen.“ Ein Konter auf Vorwürfe von SPD-Ratsherr Michael Servos in der jüngsten Ratssitzung.

Perspektivisch nennt sie als einen Schwerpunkt die Förderung des Wissenschaftsstandortes mit allen Aachener Hochschulen. Hier glaubt sie ein Defizit in der Wahrnehmung der Hochschulen als bleibende Kraft für die Stadt erkannt zu haben. Die Verknüpfung von Hochschule und Region müsse bewusster gemacht werden.

Für Bürgerbeteiligung und Transparenz will sie sich einsetzen – auch oder gerade wegen der Themen Campusbahn und Münsterwald. Auch dafür erhält sie Applaus, der bereits signalisiert, wie die Abstimmung wohl ausfallen wird. Wirklich kritisieren kann sie als Planungsdezernentin den Zustand der Stadt Aachen logischerweise nicht. Nach der Wahl hält Parteisprecherin Katrin Feldmann grüne Geschenke bereit, pro forma kommt von der Gewählten ein „Ja“ zur Annahme der Wahl.

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