Gisela, Janine und Isabell: Musik zum Schwärmen und Swingen

Von: Albrecht Peltzer
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Aachen. Die Stars des Abends sind namentlich zu benennen. Gisela, an erster Stelle, frei nach dem Motto: „Hallo, kleines Fräulein.” Und natürlich Janine. Oder Sophie. Und natürlich Isabell!

Wobei Letztere eigentlich anders heißen sollte. Aber irgendwie wurde sie dann doch Isabell getauft. Es geht um diese Damen im Allgemeinen, es geht um eine Hommage an die Liebe, und es geht ganz speziell um eine Band, die dieser Liebe zu den Frauen in einer Art und Weise frönt, die ansteckend ist, die Lust aufs Leben macht, die Spaß und Unterhaltung pur garantiert: das Tilmann Schneider Swing Terzett.

Die Kölner Band um den aus Aachen stammenden Gitarristen, Songwriter und Sänger brachte jetzt das Foyer Rouge in der Bastei zum Swingen - und wie! Tilmann Schneider besingt diese Giselas, Sophies und Isabells - „wie die eigentlich heißen sollte, verrate ich nicht” - mit einem Charme, der ansteckend ist, der in die Beine geht, der zum Mitswingen animiert, der die Seele zum Baumeln animiert. Er entführt sein Publikum in die Welt der Chansons, in die Pop-Musik der 30er, 40er oder frühen 50er Jahre. Schneider versprüht Witz und Energie, er lässt der Melancholie und Nostalgie ihren Lauf. Als absoluter Ausnahmekönner an der Gitarre gibt er den perfekten Frontmann, der mit dem Publikum spielt, der kokettiert und amüsiert. Dass die Stimmbänder angeschlagen sind und mit Tee statt mit Schampus geölt werden, tut der Sache keinen Abbruch. Tilmann Schneider swingt!

Hochkarätige Musiker

Aber Tilmann Schneider verkörpert auch den Frontmann, der weiß, dass er ohne Band ziemlich verloren wäre. An seiner Seite brillieren Ren Schwiers am Akkordeon und Wolfgang Kohlert (Kontrabass), die mit perfektem Harmoniegesang Schneider auch gesanglich ausgesprochen versiert unterstützen. Schneider lässt ihnen den nötigen Raum, um jedem Song seine unverkennbare, besondere Note zu geben. Schwiers und Kohlert stehen ihrem Bandleader ins Sachen Virtuosität in nichts nach, das Terzett ist absolut aufeinander eingespielt.

Dass das auch in der Bastei so perfekt funktioniert, ist nicht zuletzt den hochkarätigen Gästen zu verdanken, die Tilmann Schneider auf die kleine Bühne holt. Da ist Percussionist Steffen Thormälen, der mit Kleinst-Equipment den größtmöglichen Groove erzeugt. Und der das gesamte Konzert über so sympathisch lächelt, dass auch für den Beobachter spürbar wird, welch Vergnügen es sein muss, in dieser Band zu spielen. Und da ist Klarinettist Johannes Flamm, der mit fast artistischen Soli Songs wie „Mit einem neuen Schatz im Arm” garniert. Und schließlich sorgt Sängerin Laura Bakker im Duett mit Tilmann Schneider für einen weiteren besonderen Farbtupfer auf der Swing-Palette.

Mit dem fetzigen „Das war´s” wollte das Terzett den Abend beenden - aber ohne zwei weitere Zugaben und begeisterten Applaus wurde die Band nicht von der Bühne entlassen.
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