Aachen - GHS Kronenberg will im Sommer Aachens erste Sekundarschule sein

GHS Kronenberg will im Sommer Aachens erste Sekundarschule sein

Von: Hans-Peter Leisten
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Hoffen optimistisch auf die Reform ihrer Einrichtung: Helga Pennartz und Norbert Koll setzen auf das Pioniermodell der „Sekundarschule am Dreiländereck”.

Aachen. Die Idee ist geprägt von eindeutigen Zielen und Idealen: Kinder sollen bessere und gleichzeitig individuellere Fördermöglichkeiten erhalten. Denn viele Schülerinnen und Schüler haben einerseits besondere Talente oder andererseits auch besonderen Förderbedarf.

Diesen Herausforderungen stellt sich die Gemeinschaftshauptschule Kronenberg grundsätzlich schon seit Jahren. Aber da es nichts Gutes gibt, was nicht noch verbessert werden könnte, hat das Schulentwicklungsteam vom Kronenberg in intensiver Arbeit ein Modell entwickelt, was durchaus Pilotcharakter in der Aachener Schullandschaft hat: das Modell der Sekundarschule. Ein echtes Stück Pionierarbeit in der hiesigen Schullandschaft.

Bereits nach den Sommerferien soll die Schule den Namen „Sekundarschule am Dreiländereck” tragen.

Anfang Dezember hat das Team um Schulleiter Norbert Koll und seine Stellvertreterin Helga Pennartz den entsprechenden Antrag an die Stadt gestellt, vor wenigen Tagen gab es ein Gespräch mit den Verantwortlichen der Schulverwaltung. Und die bisherigen Signale sind eindeutig positiv, die Stadt wird die Schule bei ihrem Reformvorhaben in jedem Fall unterstützen.

Unter der Sekundarschule versteht man ein Modell, das einer integrierten Haupt- und Realschule entspricht und das es bislang in Aachen noch nicht gibt. Das bisherige starre System würde aufgebrochen.

Bis zur 10. Klasse wird nicht zwischen diesen Schulformen unterschieden, die Kinder lernen gemeinsam. Und das unabhängig von der Empfehlung der Grundschule, denn die brachte die Eltern mitunter in eine Zwickmühle: „Bei vielen Kindern kann man nach der 4. Klasse noch gar nicht sagen, welche Schulform die richtige ist. Hier wollen wir ansetzen”, erklärt Schulleiter Koll. Das bisherige starre System soll so aufgebrochen werden.

Die Sekundarschule lässt die Entscheidung über den Schulabschluss länger offen und räumt so die Möglichkeit ein, Kinder beziehungsweise Jugendliche länger zu beobachten und zu fördern - nicht zuletzt unter Berücksichtigung der sozialen und familiären Verhältnisse.

Nach der 6. und der 7. Klasse erfolgt eine Niveauprüfung und die Wahl eines Profils beziehungsweise nach der 9. Klasse die des Schulabschlusses.

„Wir wollen jedem Kind die Chance bieten, die es verdient”, unterstreicht Helga Pennartz. Und dazu gehört genauso der mögliche Wechsel aufs Gymnasium nach der 10. Klasse.

Zu diesem Zweck sieht das „Modell Sekundarschule” eine zweite Fremdsprache nach der 5. Klasse vor. Das könnte Niederländisch, Französisch, aber auch Türkisch oder Russisch sein.

Umgekehrt könnte die Sekundarschule auch zu einem Auffangbecken für Schüler werden, die auf dem Gymnasium nicht zurechtkommen und so nach einer Findungsphase doch zu dem für sie passenden Schulabschluss gelangen, der eben auch wieder das Abitur sein kann.

Breite Förderung soll aber durch einen weiteren Ansatz möglich werden. So strebt das geplante Modell eine Kooperation auch mit Gymnasien an.

„Unsere Schüler könnten von den sprachlichen Vorteilen der Gymnasien profitieren, diese wiederum von unseren berufsvorbereitenden Schwerpunkten”, ist Koll überzeugt. Eine Geschichte mit zwei Gewinnern.

Jetzt muss das Konzept möglichst schnell im Schulausschuss und im Stadtrat diskutiert beziehungsweise abgesegnet werden. Die schulpolitischen Sprecher der Fraktionen haben das Konzept bereits vorliegen.

Dann folgt die Entscheidung im Schulministerium des Landes NRW. Und wenn alles glatt geht, können die Schülerinnen und Schüler direkt nach den Sommerferien das Schild am Eingangstor austauschen: von „Gemeinschaftshauptschule” in „Sekundarschule am Dreiländereck”.
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