Aachen - „Gewaltfrei Lernen“: Drakos Kommandos kommen spielend an

„Gewaltfrei Lernen“: Drakos Kommandos kommen spielend an

Von: Lamar-Aron Klaßen
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Sympathische Kommandos: Trainerin Anna Lohmar. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das Trainingskonzept „Gewaltfrei Lernen“ hat erstmals Station an der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) in Haaren gemacht. Drei Wochen lang wurden Kinder aus allen vier Jahrgangsstufen in der schuleigenen Turnhalle darin unterrichtet, Konflikte auf dem Schulhof oder im Klassenraum gewaltfrei zu lösen.

„Auch Kinder haben Konflikte“, erkannte der neue GGS-Schulleiter Kai Völlink schon während seiner vorangegangen Lehrstation an der Katholischen Grundschule Feldstraße. Die Lösung dort hieß „Gewaltfrei Lernen“ und das Konzept wirkte wahre Wunder. Als Völlink daher in der Gemeinschaftsgrundschule am Haarbach an diese Erkenntnis erinnert wurde, schrieb er der Botschafterin des Projekts, Sibylle Wanders, gleich eine Mail und bestellte die Pädagogen des Fördervereins „Gewaltfrei Lernen e.V.“ in seine neue Schule.

„Kinder werden durch das Training der Erlebnispädagogen viel selbstbewusster. Sie lernen höflich, aber auch klar zu kommunizieren, was für sie in Ordnung ist und was nicht“, beschreibt Völlink die positiven Resultate des Trainingskonzepts, dessen Durchführung an der GGS durch die finanzielle Unterstützung der VR-Bank und der Sparda-Bank West ermöglicht wurde.

Schwerpunkt des Konzepts sind die von Völlink angesprochenen Pädagogen, die den Kindern in praktischen Trainingseinheiten mit Theaterstücken und Rollenspielen vermitteln, wie sie die Eskalation von Konfliktsituationen ganz leicht vermeiden können. Zusätzlich dazu wurden an der GGS auch die Eltern mit einbezogen. Diese durften das gleiche Repertoire an Übungen im Rahmen eines Elternabends austesten.

Sowohl Kinder als auch Eltern wurden in den drei Wochen von Anna Lohmar, seit 2015 einer der „Gewaltfrei Lernen“-Trainerinnen, begleitet. „Die Kinder sollen lernen, vorsichtig zu spielen, sich aus Konflikten zu lösen, ohne anderen weh zu tun und Beleidigungen durch klare Kommunikation zu ersetzen“, schildert Lohmar die Idee hinter den Trainings.

In der GGS-Turnhalle kam es deshalb oft darauf an „Stopp“ zu sagen. Helfen konnte dabei ein Stoffdrache namens Drako, den die Kinder in angemessener Lautstärke darauf hinwiesen, was sie nicht wollen. „Stopp Drako, schubs mich nicht!“ oder „Stopp Drako, das tut mir weh!“ vermittelte Kindern spielerisch, wie sie bei der nächsten Auseinandersetzung auf dem Schulhof reagieren sollten.

Schulleiter Völlink konnte die Umsetzung des Gelernten im Schulalltag schon nach kurzer Zeit beobachten. Damit „Gewaltfrei Lernen“ jedoch auch langfristig Wirkung zeigt, sei nun, nach den drei Wochen, die Schule selbst gefragt. „Es liegt an uns Lehrern, das Projekt weiterzuführen und weiter gewaltfreie Konfliktlösung und klare Kommunikation zu vermitteln.“

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