Nach Schlägerei im Pontviertel: Teilgeständnis bei Gerichtsprozess

Getreten, bis der Schädel brach: Teilgeständnis abgelegt

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Entschuldigung der beiden wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagten Täter Selim J. (19) und Mehmet O. (21) waren kaum dazu angetan, die Tränen von Opfer A. zu stoppen, der Zeuge litt ersichtlich noch heute unter der Tat.

Der 40-jährige Maschinenbauingenieur war von den beiden, wie er am Mittwoch eindrucksvoll als Zeuge vor dem Jugendschöffengericht schilderte, während und nach einem Diskobesuch in der Aachener Pontstraße dermaßen mit Faustschlägen und Tritten malträtiert worden, dass er komplizierte Brüche im Gesichtsbereich davon trug, hinzu kamen drei gebrochene Rippen, sein Augenlicht, stellte sich heraus, war gefährdet.

Dabei waren er und weitere Institutskollegen an diesem Abend des 19. Juli dieses Jahres zum Feiern unterwegs gewesen, weil ein Kollege seine Promotion, also seinen frisch erworbenen Doktortitel, feierte. Als Abschluss des Abends landete man in der Disko, in der sich auch die beiden Angeklagten aufhielten.

Die beiden jungen Männer, die seit Mittwoch vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Christoph Gast stehen, sind keine unbeschriebenen Blätter. Der ältere ist zumindest einschlägig vorbestraft und hat bereits unmittelbar nach seiner Festnahme einen Fluchtversuch, der ihn durch ganz Burtscheid führte, vorzuweisen – er wurde wieder gefasst, ein Passant hatte ihn für die Polizei festgehalten.

In der Ponstraße entwickelte sich in jener Juli-Nacht gegen 3.30 Uhr eine leider oftmals typische Situation. Zeuge S. und auch seine gleichfalls später niedergeschlagener Kollege J. (31) sowie ein weiterer Doktorant waren bereits im Begriff, die Diskothek zu verlassen, als sich im Gedränge vor dem Ausgang eine brisante Situation ergeben hatte.

In der Enge waren die Angeklagten, die nach eigenen Angaben gut „getankt“ hatten, mit A. aneinandergeraten, Bier spritzte hin und her, die Angeklagten waren auf Streit aus. Ohne Vorwarnung schlug nun einer der beiden zu, A. ging zu Boden. Die Security trennte die Gruppen, die Feiertruppe musste durch die Hintertüre hinausgehen, die mutmaßlichen Anstifter wurden vorne rausgeworfen. Weil man nicht ortskundig war, berichtete Opfer S., sei man quasi zurück zur Milchstraße gegangen, das ist nicht weit entfernt von der Disko, in der man war. Und man wurde schnell von den aggressiven Jungtätern aufgespürt. „Da ist er doch, die Sau“, riefen die Täter laut Anklageschrift.

Mit einem Fausthieb ins Gesicht, das gab der 21-jährige Angeklagte am Mittwoch zu, habe er S. zu Boden gestreckt. Dann kam sein Kumpel Selim J. und trat wieder und wieder auf den am Boden liegenden Mann ein. Zeuge Johannes B. rief mit dem Handy die Polizei, auch ihn erwischten sie, Ergebnis: eine gebrochene Nase.

Insgesamt fünf Anklagen haben die beiden mutmaßlichen Täter angehäuft. Der Prozess wird am 21. Dezember fortgesetzt.

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