Gesundheitsamt: „Kein Engpass bei Impfstoffen“

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Alle Jahre wieder: Veritable Erkältungswellen rollen seit Wochen über die Region hinweg. Mehr als verschnupft reagierte indes mancher Patient, der in jüngerer Zeit seinen Impfschutz auf breiter Basis aufzufrischen gedachte.

„Mein Arzt hat mir ein Mittel gegen diverse Infektionen verschrieben“, berichtet ein 75-jähriger AZ-Leser. „Aber er hat mir wenig Hoffnung gemacht, dass es bei den Apotheken erhältlich sei.“

In der Tat, bestätigt Dr. Gabriele Neumann, Vorsitzende des Apothekerverbands Aachen, sei besagtes Medikament momentan nicht verfügbar. Bei Mehrfachpräparaten, die zur Vorbeugung gegen unterschiedliche Krankheiten eingesetzt werden, komme es immer wieder vor, dass es Schwierigkeiten bei der Herstellung gebe. Im konkreten Fall handelt es sich um den Impfstoff Repevax, der zum Schutz gegen Tetanus, Keuchhusten, Polio und Diphtherie eingesetzt wird.

Immunität über rund 15 Jahre

Dennoch gibt die Expertin – ebenso wie das Gesundheitsamt der Städteregion – Entwarnung. In der Regel sei der Impfschutz weit länger wirksam als über einen Zeitraum von zehn Jahren, für den er normalerweise empfohlen werde. „Man kann da entspannt bleiben, das Mittel gewährleistet eine Immunität auch über 15 Jahre.“ Im Bedarfsfall könnten Patienten zudem ebenso gut auf Einzelpräparate zurückgreifen: „Im Prinzip geht es bei Mehrfachstoffen nur darum, dass man sich nur einmal pieksen lassen und nicht mehrere Termine beim Arzt machen muss“, erklärt die Pharmazeutin.

Zu Lieferengpässen komme es bei diversen Prophylaxe-Präparaten durchaus öfter, bestätigt auch das Gesundheitsamt. „Nach der Empfehlung der sogenannten ständigen Impfkommission sind Einzelimpfungen aber problemlos möglich und auch sinnvoll“, betont Detlef Funken von der Pressestelle der Städteregion. „Es gibt genügend andere Mittel.“ Prinzipiell würden Immunstoffe auf vier- oder auch sechsfacher Basis zur Vorbeugung in Fachkreisen zunehmend kritisch gesehen, so das Gesundheitsamt. Neumann sieht das allerdings nicht so: „Es geht eher darum, dass solche Medikamente schwieriger herzustellen sind.“ Inzwischen könne sich jeder Bürger auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Instituts, der zuständigen Behörde des Bundesgesundheitsministeriums, über die Verfügbarkeit einzelner Medikamente informieren, unterstreicht Funken (www.pei.de/arzneimittel).

Die Vermutung, dass der aktuelle Engpass bezüglich des Vierfach-Präparats Repevax auf die erheblich gewachsene Zahl von Flüchtlingen zurückzuführen sei, weisen indes sowohl Neumann als auch die Amtsärzte mit Nachdruck zurück. Funken: „Eine grundlegende Immunisierung von Asylsuchenden hat es nicht gegeben. Wir sind der Empfehlung gefolgt, nur potenziell gefährdete Kranke und Senioren vorsorglich zu impfen.“

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