Gesünder und oft schneller per Rad unterwegs

Von: Regine Beyß
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Spaß auf zwei Rädern: Beim d
Spaß auf zwei Rädern: Beim dritten Fahrradtag am Elisenbrunnen maßen die Jüngsten ihre Kräfte bei einer kleinen Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist nicht ungefährlich, wenn Karl-Heinz Klein auf sein Fahrrad steigt. Seinen Fuß stellt er auf eine Trittstufe am Hinterrad, dann greift er mit Schwung nach dem Lenker. Erst danach setzt er sich auf den Sattel. Zu viel Aufwand? Nicht bei einem Hochrad aus dem Jahr 1880.

„Das braucht Übung”, sagt Klein. Stilecht mit Frack und Hut zeigt er den Besuchern des dritten Aachener Fahrradtages am Elisenbrunnen, wie Radeln vor über 130 Jahren aussah. „Das Rad hat keinen Freilauf”, erklärt Klein. „Bei plötzlichem Halt kann man leicht kopfüber stürzen.”

Bei modernen Fahrrädern passiert das nicht mehr so schnell. Doch Gefahren lauern im heutigen Straßenverkehr immer noch genug. „Deshalb ist der Helm Pflicht”, sagt Polizist Günter Derks. Mit rohen Eiern und kleinen Styropor-Helmen demonstriert der Verkehrssicherheitsberater, wie man sich am besten schützt. Und dabei richtet er sich keineswegs nur an Kinder. „Wir appellieren auch an die Erwachsenen, denn sie haben eine Vorbildfunktion.”

Vor allem Familien im Blick

Ähnlich sieht das auch Organisatorin Dr. Stephanie Küpper. Die Projektleiterin der Kampagne „Fahrrad in Aachen” möchte mit dem Fahrradtag vor allem Familien ansprechen, damit die Aachener auch im Alltag öfter auf ihr Fahrrad umsteigen. „Das ist gesund und oftmals sogar schneller”, sagt Küpper. „Und es verbessert die Luftqualität.” Mit insgesamt 13 Ausstellern vom Deutschen Roten Kreuz bis zum lokalen Fahrradhändler will die Stadt auf diese Vorteile aufmerksam machen.

Elektroräder als Renner

Der Spaß kommt dabei neben den ernsten Themen nicht zu kurz. Während der Nachwuchs auf dem Parcours der Verkehrswacht den Rollerführerschein macht, können die Erwachsenen Elektroräder testen. Nebenan läuft dabei das musikalisch-artistische Bühnenprogramm. Besonderes Highlight sind die Kunstradfahrerinnen Angie Koespel und Nicole Fürch vom RSC. Dass ihr Auftritt viel Applaus erntet, freut auch Helmut van Booven. Er ist Vorsitzender des RSC und versucht gleich gegenüber, die Besucher für eine Orientierungsfahrt durch Aachen zu motivieren. „Leider haben sich nur fünf Starter gemeldet”, sagt er. „Anscheinend wurde die Fahrt nicht richtig beworben, organisatorisch könnte man den Tag noch verbessern.”

Schade findet er auch, dass in diesem Jahr kein Ratsherr den Fahrradtag persönlich unterstützt. Stephanie Küpper erklärt das so: „Wir haben die Politiker dieses Mal nicht mehr extra eingeladen.” Mit den Besucherzahlen und dem Ablauf ist sie trotzdem rundum zufrieden. „Die Menschen zeigen reges Interesse.” In diesem Jahr seien erstmals Interessierte an sie herangetreten, um beim Fahrradtag mitzuwirken. „Das ist doch ein gutes Zeichen.”
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