Aachen - Gesucht: Menschen, die sich für Gleichstellung einsetzen

Gesucht: Menschen, die sich für Gleichstellung einsetzen

Von: Svenja Pesch
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Präsentation des Maria-Grönefeld-Preises im Theater K: Moderatorin Christa Gesmamnn, Andreas Grönefeld, Ulla Schmidt und Vorsitzender Heinz Hanbück (v.l.). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Dass es so ein steiniger Weg wird, hätte sich August Bebel vor gut 140 Jahren sicher nicht träumen lassen. Der sozialdemokratische Politiker sagte damals: „Es gibt keine Befreiung der Menschheit ohne die soziale Unabhängigkeit und Gleichstellung der Geschlechter.“

Der Grundgedanke ist noch heute Inhalt vieler politischen Debatten, aber so richtig ins Rollen kommt in puncto Gleichstellung der Geschlechter nicht sonderlich viel. Das betonte Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, in ihrer Rede anlässlich der Vorstellung des Maria-Grönefeld-Preises.

Die im Jahr 2003 gegründete Maria-Grönefeld-Stiftung setzt sich für eine christliche Sozialethik und Sozialpraxis ein. Unter dem Motto „Stark für Frauen – Für gerechtere Bildungs- und Lebenschancen von Frauen“ wird der Preis 2014 verliehen. Er zeichnet Menschen aus, die sich in besonderem Maße für Chancengleichheit in Schul- und Ausbildung für Mädchen und junge Frauen einsetzen, die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt voranbringen, oder sich für eine gleichberechtigten Zugang zu Führungspositionen von Frauen in Wirtschaft und Forschung stark machen.

Lange Mängelliste

Denn auch im Jahr 2014 sind Frauen immer noch nicht auf einer Ebene mit Männern, wie Ulla Schmidt betont: „Wir sind zwar rechtlich gleichgestellt, aber dennoch gibt es in vielen Bereichen erhebliche Mängel. Immer noch bekommen Frauen 22 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Mitstreiter, nur ein Bruchteil von ihnen ist in Aufsichtsräten und anderen hohen Positionen.“ In anderen Bereichen sind Frauen dagegen auf der Überholspur. 56 Prozent der Abiturienten sind weiblich und 52,9 Prozent der Uni-Absolventen sind ebenfalls weiblichen Geschlechts. Grund genug also, den Mädels schon früh das nötige Selbstbewusstsein und die passende Förderung mit auf den Weg zu geben.

Maria Grönefeld war so eine Frau, die sich eingesetzt hat. 1941 geboren, engagierte sie sich schon früh in der Christlichen Arbeiterjugend und arbeitete später als Beraterin und vermittelte in sozialen Konflikten. Aufgeben oder gar den Kopf in Sand stecken, für Maria Grönefeld ein Fremdwort. Das weiß auch ihr Neffe Dr. Andreas Grönefeld. Seine Tante motivierte ihn stets – auch in schweren Zeiten. Jetzt ist er Arzt und das verdankt zu einem großen Teil auch seiner 1993 verstorbenen Tante, die seine Wegbegleiterin und Ratgeberin war.

Vorsitzender des Vereins, Heinz Hahnbück, hob das große Engagement Maria Grönefelds hervor und sprach zudem von der Wichtigkeit des Teilens. Soziales und gesellschaftspolitisches Engagement egal ob für benachteiligte Familien, arbeitslose Jugendliche oder gerechtere Bildungschancen für Frauen, seine Dinge, die zukunftsweisend sind, so Hahnbück.

Bis zum 30. Juni können Personen, die sich für gerechte Bildungs - und Lebenschancen von Frauen einsetzen, dem Kuratorium der Maria Grönefeld-Stiftung schriftlich vorschlagen. Der Preis wird im Herbst 2014 im Rahmen einer offiziellen Feier vergeben.

Weitere Informationen zu der Bewerbung gibt es im Internet unter: www.maria-groenefeld-stiftung.de oder per Mail an: info@maria-groenefeld-stiftung.de.

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