Aachen - Gesprächskreis „Tabitha“: In der Trauer nicht alleine

Gesprächskreis „Tabitha“: In der Trauer nicht alleine

Von: Kathrin Albrecht
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wenn ein Mensch stirbt, hinterlässt das bei den Hinterbliebenen oft Wunden, die auch nach Jahren nur schwer heilen. Niemand weiß das so gut wie Ingrid Berg und Maria Pirch. Beide arbeiten in der Pfarrei Franziska von Aachen als Trauerbegleiterin. Einmal im Monat leiten sie den Trauergesprächskreis „Tabitha“.

Die Teilnehmer nehmen zunächst an der liebevoll gedeckten Kaffeetafel Platz, dann gehen sie in den Gesprächskreis über. Jeder zündet eine Kerze für die Verstorbene Person an, um die er trauert. Bei machen liegt der Tod des Angehörigen schon etwas länger zurück, bei manchen ist der Verlust erst wenige Wochen alt. „Tabitha“ bietet einen geschützten Raum für die Trauer, wenn das Umfeld bereits meint, es müsse doch mal langsam gut sein. „Ein Besucher meinte zu mir, er überschreite bei diesen Treffen ein tiefes Loch und der erste Schritt sei, dass er hier wieder esse“, erzählt Maria Pirch.

Kooperation mit den Maltesern

Die Pfarrei kooperiert bei ihren Angeboten zur Trauerbegleitung mit dem Malteser Hilfsdienst Aachen. Die Malteser arbeiten in der Region neben der Notfallversorgung auch langjährig in der Hospizbegleitung. Aus der Begleitung Sterbender entwickelte sich auch die Begleitung trauernder Menschen. Auch das Projekt „Diesseits“ mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist in der Pontstraße beheimatet. „Kinder werden in ihrer Trauer zwar gesehen, diese geht aber oft im Alltag unter, oder sie ruft bei den Angehörigen die eigene Trauer wieder hervor“, erklärt Adelheid Schönhofer-Iyassu, die für die Malteser das Projekt mit leitet.

Einmal im Monat gibt es eine offene Sprechstunde, daneben gibt es ein Gruppenangebot. Relativ neu ist das Angebot für junge Erwachsene. Alle Angebote sind für alle offen und kostenlos. Die Malteser unterstützen die Projekte nicht nur mit Personal, sondern bieten den ehrenamtlichen Mitarbeitern auch umfassende Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten sowie Supervision.

„Gerade in der Trauerbegleitung ist es wichtig, dass die Mitarbeiter eine fundierte Ausbildung haben“, erklärt Angelika von Mangoldt, Diözesanoberin des Hilfsdienstes. Anders als in der Hospizarbeit wird die Trauerarbeit von den Krankenkassen nicht refinanziert, die Projekte und Personalkosten finanzieren sich über Spenden.

Bekannte Aachener im Boot

Um die Trauerarbeit auf finanziell stabilere Füße zu stellen, hat sich jetzt ein Freundeskreis gegründet, der zum einen die Arbeit der Projekte bekannter macht und zum anderen Spendengelder generiert. Zwölf bekannte Aachener, darunter Uwe Brandt, Intendant am Aachener Grenzlandtheater, Liza Jacobs von der Jacobs-Gruppe und Hans Mülders, Direktor der pax-Bank Aachen, gehören dem Freundeskreis an. „Wenn man etwas angefangen hat, darf man damit nicht wieder aufhören“, meint er hinsichtlich seiner Motivation, dieses Projekt zu unterstützen.

Neben den bestehenden soll es auch neue Angebote geben, wie therapeutisches Reiten für Kinder oder einen Tango-Workshop für Erwachsene. „Bei manchen Menschen, ob Kind oder auch schon älter, reichen Worte nicht, um heilen zu helfen“, weiß Adelheid Schönhofer-Iyassu. Auch hier soll der Freundeskreis helfen, um die Projekte weiterführen zu können. Geplant sind unter anderem eine Autorenlesung und ein Benefizkonzert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert