Gesellschaft für Internationale Burgenkunde plant interkulturelles Museum

Von: Svenja Pesch
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Sehen historische Parallelen zur Gegenwart: von links Abdul Rauf Abouchihab, Dr. Nadeem Elyas, Bernhard Siepen und Michael Siepen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die Flüchtlingskatastrophe trifft auf große Anteilnahme in der Bevölkerung. Vor allem die Flucht aus dem Vorderen Orient ist eines der dominanten Themen. Die Aachener Gesellschaft für Internationale Burgenkunde (GIB) möchte aus gegebenem Anlass auf einen historischen Zeitpunkt hinweisen, an dem unter Druck politischer Ereignisse Ähnliches stattfand.

1291 waren viele Menschen aus der syrischen Stadt Tortosa mit Schiffen auf der Flucht, da der Landweg gesperrt war. Christen und sonstige Minderheiten wurden unter der Herrschaft der Mameluken vertrieben. Die GIB arbeitet derzeit an einem neuen Projekt, welches die Geschichte der Begegnung zwischen Orient und Okzident dreidimensional darstellt.

Fünf Schiffe sind bisher gebaut worden, wie Vorsitzender und Architekt Bernhard Siepen erzählt: „Die Nef transportiert 450 Flüchtlinge, eine Kogge sowie eine Tarida gehören ebenfalls dazu. Die vielen hundert Figuren, die alle handgefertigt sind, verdeutlichen die Flucht.“

Insbesondere das gerade restaurierte Schiff aus dem Modell „Kreuzfahrerschiffe im Hafen von Akkon“ und die bis zu sechs mal sechs Meter großen Modelle „Basar von Aleppo“ und „Johanniterburg Krak des Chevaliers“ verfügen über einen erhöhten Anschauungswert.

Bislang fehle den Schiffen ein euregionaler oder internationaler fester Standort, der aktuell gesucht werde, ergänzt Siepen, der gemeinsam mit seinen Mitstreitern nach Sponsoren für ein interkulturelles Museum sucht.

Um das Thema im Detail zu erfassen, veranstaltet die GIB in Kooperation mit dem Historischen Institut der RWTH und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland eine Vortragsreihe mit drei Themenabenden, die sich auf die politische Situation, aber auch auf die Kultur Syriens beziehen.

Bereits 2002 und 2005 war Siepen in Syrien und nahm viele Landschafts- und Architekturbilder auf, die später zu einem Film verarbeitet wurden. „Damals war es in Syrien noch halbwegs friedlich. In den Dokumentarfilmen erhält der Zuschauer einen spannenden Einblick in die Entwicklung des Landes“, verspricht er. Und Dr. Nadeem Elyas, Vorsitzender des Zentralrates der Muslime, fügt hinzu: „Wir möchten deutlich machen, dass Kriege nichts bringen. Stattdessen muss die Gerechtigkeit zur Botschaft werden. Für sie lohnt es sich zu kämpfen.“

Die GIB sucht indes verstärkt neue Mitglieder, die an Modellbau interessiert sind. Informationen über die Veranstaltungsorte und Inhalte der Vorträge im Internet unter www.burgenkunde.de sowie telefonisch unter der Telefonnummer 604500.

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