Aachen - „Geschwister Scholl” ist Aachens erstes Ganztagsgymnasium

„Geschwister Scholl” ist Aachens erstes Ganztagsgymnasium

Von: Thorsten Karbach
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Mehr Zeit in der Schule, mehr Zeit für Förderung: Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist Aachens erstes gebundenen Ganztagsgymnasium Drei Tage in der Woche bleiben die Schüler bis 16 Uhr. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Schlange vor der Spieleausleihe wird gerne gesehen - von Klaus Becker. Denn die anstehenden Kinder zeigen dem Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, dass seine Ganztagsschüler das Mittagspausenangebot annehmen.

Lange hatten sie am „Geschwister Scholl” sich nämlich Gedanken gemacht, wie sie die einstündige Mittagspause für ihre Schüler neben dem Essen in der Mensa gestalten. Und sowohl Tischtennisplatten, Fußball als auch Brettspiele finden großen Anklang. Und sogar der Hausaufgabenraum wird rege besucht. „Wir werden für unser Mittagskonzept immer wieder gelobt”, sagt Becker zufrieden.

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist Aachens erstes gebundenes Ganztagsgymnasium. Gebundener Ganztag bedeutet, dass die Kinder an drei Nachmittagen verpflichtet sind, länger - am GSG montags, mittwochs und donnerstags bis 16 Uhr - zu bleiben, weil dann noch regulärer Unterricht läuft. Vor einem halben Jahr, ist die Schule zu diesem neuen Ufer aufgebrochen. Und nun gibt es erste Erfahrungen -Êviele positive. Im Sommer wird auch das Gymnasium St. Leonhard diesen Weg wählen, aber auch dann sind lediglich 19 der 125 Gymnasien im Regierungsbezirk im verpflichtenden Ganztag.

43 Schüler in zwei fünften Klassen machen am GSG den Anfang. Und Becker sagt, dass alle durchaus zufrieden seien mit dem Start. „Wenn die Schüler vorher eine Offene Ganztagsgrundschule besucht haben, ist es für sie ohnehin nicht ungewöhnliches, länger in der Schule zu bleiben”, erklärt er. Es sei eben auch eine Antwort auf eine sich wandelnde Gesellschaft, auf die hohe Zahl alleinerziehender oder berufstätiger Eltern, auf die Ansprüche, die an Schule gestellt werden.

„Viele sind doch darauf angewiesen, dass ihre Kinder auch nachmittags versorgt werden. Schule hat nicht bloß einen Bildungsauftrag”, so Beckers. Deswegen gibt es auch dienstags und freitags Angebote, die die Schüler freiwillig besuchen können.

Mittlerweile besucht laut Bezirksregierung landesweit jeder dritte Schüler eine Ganztagsschule. Und nach einem erfolgreichen Tag der offenen Tür ist Becker optimistisch, dass für das nächste Schuljahr mehr als 43 Anmeldungen am GSG eingehen. Der Schulleiter hofft, dass dann wieder drei Klassen gebildet werden können.

Lange haben sie am GSG am Konzept gefeilt und sehen es immer noch im Fluss, wie der neue stellvertretende Schulleiter Manfred Birmans es nennt. Bewusst wurden Doppelstunden terminiert, damit die Kinder nicht unter zu vielen Schulbüchern in der Tasche stöhnen. Vertreten sind im Nachmittag bewusst alle Fächer und nicht bloß Kunst, Sport oder Musik. „Die Nachmittage sollen ernsthaft genutzt werden und dürfen kein Hinter-dem-Ball-herlaufen sein. Es darf nicht so sein, dass wir nur darauf warten, dass 16 Uhr und damit Schluss ist”, sagt Birmans.

Wer in den Ganztagsbetrieb geht, bekommt vom Land ein Drittel mehr Lehrerstellen oder kann diese kapitalisieren, sprich zu Geld machen. Am GSG wurde ein Teil kapitalisiert. Mit dem zusätzlichen Geld wurde die Infrastruktur verbessert - für alle. Denn auch die Lehrer verbringen im Ganztag mehr Zeit in ihrer Schule. Für sie gibt es am GSG neue Arbeitsräume, in der sie den Unterricht vorbereiten können. „Lehrer haben nicht mehr morgens Recht und nachmittags frei”, sagt Birmans.

Für die Schüler gibt es drei Stunden pro Woche, in denen sie bereits in der Schule Hausaufgaben machen. Denn nach einem langen Tag soll es dann auch gut sein mit Schule. Ganztag gleich keine Hausaufgaben? So einfach ist es dann doch nicht. „Wer sagt, es gebe an einer Ganztagsschule keine Hausaufgaben, der lügt. Vokabeln etwa muss man immer noch zu Hause lernen”, sagt Becker und schätzt, dass 90 Minuten Hausaufgaben in der Woche doch noch „hängen bleiben”. Aber Zeit zum Spielen bleibt da allemal - auch zu Hause.

Zusammenarbeit im neuen Schulverband

Das Geschwister-Scholl-Gymnasium ist in doppelter Hinsicht im Aufbruch. Einmal als Aachens erstes gebundenes Ganztagsgymnasium und dann als eine von drei Schulen, die in Zukunft als Schulverband Aachen-Ost zusammenarbeiten.

Im November haben die Leiter von GSG, Hugo-Junkers-Realschule und Hauptschule Aretzstraße, OB Marcel Philipp und Regierungspräsident Hans Peter Lindlar den Vertrag über die landesweit einmalige Kooperation unterschrieben.

Ein Konzept über die Zusammenarbeit werden die Schulleiter am Donnerstag, 21. Januar, im Schulausschuss ausführlich vorstellen. Der tagt um 17 Uhr in der Aula des GSG, Stolberger Straße 200.
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