Geschichte von Adam und Eva einmal anders

Von: Alexander Barth
Letzte Aktualisierung:
Wollen im Mörgens guten Boule
Wollen im Mörgens guten Boulevard bieten: Regisseur Martin Philipp und Dramaturgin Katharina Rahn. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Ein Schauspiel mit reichlich Augenzwinkern - schon der Untertitel, eine Abwandlung von John Miltons Gedicht „Paradise Lost” in eine modern-beliebte Wohneinheit, verrät Einiges über die aktuelle Inszenierung von Regisseur Martin Philipp im Aachener Mörgens an der Mörgens-straße.

Eingebettet in die biblische Paradies-Geschichte bringt Philipp gemeinsam mit Dramaturgin Katharina Rahn den ganz normalen Wahnsinn zwischenmenschlicher Beziehungen mit all ihren Unwägbarkeiten, den Geschlechterkämpfen und emotionalen Achterbahnfahrten auf die Bühne. Immer ab-strakt in die heutige Zeit transportiert, aber auch so, dass die „Originalvorlage” aufzublitzen weiß.

Im Paradies ist der Wurm drin: Die beiden menschlichen „Prototypen” Adam und seine erste Frau Lilith verstehen sich nicht. Einst waren beide als sich ergänzende Gegensätze aus gleicher Erde geschaffen worden. Beim Zusammenleben hapert es, ebenso in Sachen geplanter Fortpflanzung zwecks Erdbevölkerung. Auch das schicke Loft an exponierter Stelle, die Designermöbel und der Luxus im Überfluss machen das „biblische” Duo irgendwie nicht glücklich.

Da offeriert der Vermieter und teuflische Versuchsleiter Samael dem frustrierten Adam einen weiteren Prototyp Frau: Eva, ein nach Wunsch programmierbarer Menschenroboter mit Evolutionspotential und eingebauter Kaffeemaschine, soll nicht nur die Sache mit der Vermehrung vorantreiben. Lilith flüchtet daraufhin gefrustet zu Samael. Und auch der „Überirdische” verstrickt sich mehr und mehr in das allzu menschliche Beziehungsgeflecht.

„Wir wollen guten Boulevard bieten”, sagt Dramaturgin Katharina Rahn offen, „ein schnelles Stück, knackige Dialoge, die ganze Bandbreite der Beziehungspalette vor dem Hintergrund der Adam-und-Eva-Geschichte. Und eben der von Lilith”, lächelt sie. Das Schauspiel von Frank Hörner und Christian Schönfelder sei definitiv auch für Jugendliche interessant, aufgrund der Aspekte der Identitätsfindung, betont Rahn.

Neben den beiden Ensemblemitgliedern Elke Borkenstein als Lilith und Robert Seiler (Adam) spielen Sina Ebell (Eva) und Christian Beppo Peters in der Rolle des Vermieters.

Für die Premiere von „Lilith. Paradise Loft” am 6. März im Mörgens gibt es noch wenige Restkarten. Weitere Vorstellungen: 22./27./30. März sowie am 2./7./9./16./29. April (Beginn ist jeweils um 20 Uhr). Karten sind an der Theaterkasse (Montag bis Samstag, 11-19 Uhr) oder unter 4784244 erhältlich.
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