Aachen - Geschichte vom „Lennet Kann“ aufwendig vertont

Geschichte vom „Lennet Kann“ aufwendig vertont

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
Letzte Aktualisierung:
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Kurt Joußen stellt sein Lebenswerk vor: Der Lennet Kann-Interpret präsentierte mit Norbert Böhm (l.) seine Musical-Idee. Foto: Ratajczak

Aachen. „Was zog einst durch Aachen für eine Gestalt mit Orden geschmückt und Ehrenzeichen“. Mit wie viel Inbrunst wird das Lied vom Lennet Kann als musikalischer Dauerbrenner angestimmt. Verständlich, geht es darin doch um Aachens liebstes Original – den Lennet Kann.

Er selbst soll kaum gesungen haben. Aber die Nachwelt setzte ihm nicht nur allein mit diesem Lied ein Denkmal. So waren es von Generation zu Generation immer wieder gestandene, musikalisch begabte Aachener, die Dank schlanker, hochgewachsener Figur in die Rolle des Lennet Kann schlüpften. Dadurch gingen auch ihre Namen in die Geschichte ein: Jupp Schollen, Peter Bong sowie als aktuelle Zeitgenossen: Dr. Dirk von Pezold und Kurt Joußen. Wenngleich ihre Interpretationen des Originals unterschiedlich sind, haben sie doch eins gemeinsam: den Zylinder oder eine Melone, den Gehrock oder Frack, dazu ein Spazierstöckchen und vor allem Orden über Orden auf der Brust!

Die Krönung bei der Vertonung des Öcher Originals aber präsentierte jetzt Kurt Joußen (Jahrgang 1948) mit seinem Lebenswerk: „Lennet Kann – Das Musical“. Es ist ein Singspiel mit Tanz in drei Akten und zwei Vorspielen, für das Joußen jetzt das Regiebuch mit Texten in Deutsch und Öcher Platt sowie mit Noten für Singstimmen und Klavierbegleitung der Presse und Heimattheatern vorstellte.

Er selbst schlüpft seit 30 Jahren in die Rolle des Lennet Kann und begleitet sich dabei auf der Gitarre. Premiere hatte er damit 1985 in der Gartenkolonie Branderhof, als seine Fußballmannschaft bei einem geselligen Nachmittag für die Ehefrauen wieder das Buffet gestaltet hatte und er mit „Lennet Kann“ den ersten Programmpunkt bestritt. Die Idee, ein Lennet-Kann-Musical zu schaffen, hatte Joußen 2009 und schrieb den Text dann in den Jahren 2012 und 2013.

Aus seinen drei CDs „Os Oche 1“, „Os Oche 2“ und „Lennet Kann und die Vogelsänger“ wählte er 23 Musiktitel aus, die Heinz Peter Geu-len, ehemaliger Chorleiter des Aachener Männergesangvereins „Harmonia 1849“ auf 120 Seiten in Noten setzte. Sie sind zugleich ein Nachschlagewerk für Aachener Liedgut. Das Regiebuch sieht sieben Gesangssolisten/innen und vier Sprechrollen sowie einen Chor, Kinderchor und ein Ballett vor. Auf Anfrage kann das gesamte Musical in Instrumentalversion auch als Playback-CD eingespielt werden. Handskizzen zur Bühnendekoration lieferte gekonnt Norbert Böhm.

Die Geschichte des Musicals erarbeitete Kurt Joußen in Anlehnung an C.M. Ziehrers: „Die Landstreicher“. Darin dreht sich alles um Lord Makei, einen häufigen Aachener Kurgast aus England und dessen Kurschatten Mathilde. In weiteren Hauptrollen wirken Leonhard und Mikke, zwei Lehm- und Sandverkäufer mit, die auf ihrer Verkaufstour die verlorene Halskette sowie den 1000-Markschein des Lords finden, mit denen er Mathilde erobern wollte. Irrungen, Wirrungen – doch Ende gut, alles gut! „Die Idee ist gut“, brachte es Bernd Dreyer, Spielleiter des Aachener Heimattheaters auf einen kurzen Nenner. Genügend Vorbereitungszeit bleibt für Interessierte. Die Premierenaufführung ist anlässlich des 100. Todestages von Lennet Kann geplant.

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