Gesamtschule und Studierendenwerk arbeiten künftig Hand in Hand

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Kooperation zwischen 4. Gesamtschule und Studierendenwerk besiegelt: (v.l.) Marcel Reuleaux, Maja Ebell, Margret Lensges, Bianca Eigenfeld, Dirk Reitz (Geschäftsführer des Studierendenwerks), Nadja Ibrahim, Walter Meurer (Personalratsvorsitzender), Jannick Jansen und Udo Mertens (Ausbildungsleiter). Foto: Studierendenwerk

Aachen. Was will ich einmal werden? Eine Frage, die sich viele Jugendliche oft erst dann stellen, wenn sie ihren Schulabschluss in der Tasche haben. Vorteile haben die, die sich schon frühzeitig einen Einblick in die Arbeitswelt verschaffen können.

Für eine erste berufliche Orientierung möchten sich nun die 4. Aachener Gesamtschule und das Studierendenwerk Aachen starkmachen. Die neue Partnerschaft soll Jugendlichen ermöglichen, auf kurzem und unbürokratischem Wege die verschiedenen Anforderungen in einem Unternehmen kennenzulernen.

Warum das Studierendenwerk als Partnerunternehmen geradezu prädestiniert ist, liegt für Margret Lensges, Abteilungsleiterin der Gesamtschule für die Jahrgänge acht bis zehn, auf der Hand: „Das Studierendenwerk bietet eine ungewöhnlich große Bandbreite an Berufsfeldern.

Unsere Schüler haben hier die Möglichkeit, sich entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten beruflich zu erproben – und das über einen kurzen Weg. Das finde ich großartig!“ Mit dem „kurzen Weg“ spielt sie sowohl auf die unbürokratische Vermittlung als auch auf die räumliche Nähe an: Das Haupthaus des Studierendenwerks liegt fußläufig nur einen Katzensprung vom Schulstandort entfernt.

Das Studierendenwerk beschäftigt rund 300 Mitarbeiter in den Bereichen Gastronomie, Gebäudebewirtschaftung, Kinderbetreuung, Studienfinanzierung und kaufmännische Verwaltung. „Wir möchten dabei helfen, möglichst unkompliziert eine Brücke zwischen Schule und Unternehmen zu bauen“, freut sich Dirk Reitz, Geschäftsführer des Studierendenwerks. Ziel der Kooperation sei es, Wirtschaft und Arbeitswelt in die Schule zu bringen und dadurch langfristig einen Beitrag zur Verbesserung der schulischen Bildung zu leisten.

Die frisch unterzeichnete Kooperationsvereinbarung beinhaltet regelmäßig stattfindende Aktionstage zur Berufsfelderkundung, Betriebsbesichtigungen, Ferienjobs, Bewerbungstrainings sowie individuelle Schülerpraktika und „Erzählcafés“, in denen die Schüler aus erster Hand erfahren, wie es sich anfühlt, Auszubildender im Studierendenwerk zu sein. Daneben soll ehrenamtliches Arbeiten im Rahmen des Projekts „Verantwortung – Abenteuer Helfen“ in die vielen verschiedenen Berufsbereiche integriert werden.

„Uns ist es wichtig, dass unsere Schüler lernen, soziale Verantwortung zu übernehmen“, sagt Marcel Reuleaux, Berufswahlkoordinator der Gesamtschule. Ein bis zwei Stunden wöchentlich ehrenamtliches Engagement zu leisten, gehöre deswegen zum festen Bestandteil des Schulprogramms. Gut vorstellen kann sich der Lehrer eine Lesepatenschaft in einer der fünf Kindertagesstätten des Studierendenwerks.

„Hier lässt sich das Erlernen sozialer Fähigkeiten mit der frühen Berufsorientierung hervorragend verknüpfen.“ Letzteres sei, sagt er, vom Land durch das Programm „KAoA“ (Kein Abschluss ohne Anschluss) vorgegeben, um den Übergang Schule–Beruf zu verbessern.

Den Fokus legt die 4. Gesamtschule auf das Entdecken von Potenzialen und die Entwicklung der Selbstständigkeit. So gibt es beispielsweise keinen Frontalunterricht mehr, sondern „Lernbüros“ und praxisbezogene „Werkstätten“ mit gemischten Altersklassen, außerdem Tutoren und ein „Logbuch“, mit dem die Schüler ihren Schulalltag selbst verwalten.

„Unser Hauptaugenmerk liegt darüber hinaus auf der Stärkung des Selbstbewusstseins“, beschreibt Margret Lensges das in Aachen noch recht neue Konzept, das momentan für rund 550 Schülerinnen und Schüler zum Tragen kommt. Das Studieren-denwerk schaffe durch seine Angebote im praktischen Bereich eine perfekte Ergänzung.

Dass es den Schülern der 4. Aachener Gesamtschule an Selbstbewusstsein und Motivation nicht mangelt, haben sie im Studierendenwerk längst bewiesen. Udo Mertens, Ausbildungsleiter im Unternehmen und einer der Kooperationsinitiatoren, zeigt sich beeindruckt. „Letztens kamen drei Achtklässler spontan zu Besuch und bemühten sich um Praktikumsplätze in unserer Mensaküche“, schmunzelt er. „Dazu gehört Mut. Viele Altersgenossen überlassen das heute immer noch gerne den Eltern.“

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