Gesamtschule soll allen Kindern offen stehen

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Christa Rößler und Ute Malmes wollen verhindern, dass die Stadt eine Chance vergibt. Die Chance, an der vierten Gesamtschule ihre Selbstverständnis als kinder- und familienfreundliche Stadt zu untermauern.

Rößler und Malmes sprechen für den Vorstand der Elterninitiative „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen” und sie haben sich schriftlich an die Fraktionen im Allgemeinen und die Vertreter im Schulausschuss und Bürgerforum im Speziellen gewandt. In ihrem Schreiben fordern sie die Stadt auf, an der vierten Gesamtschule Integrationsplätze für Kinder mit einer Behinderung einzurichten, also den sogenannten inklusiven Unterricht anzubieten. Dabei sitzen Kinder mit und ohne Behinderung in einer Klasse, arbeiten aber je nach Leistungsvermögen „zieldifferent”.

Das heißt, Kinder mit einer Behinderung müssen nicht zwangsläufig die gleichen schulischen Ziele erreichen wie Kinder ohne Behinderung.
Seit Jahren kämpft die Elterninitiative für inklusiven Unterricht - vor allem an weiterführenden Schulen. Denn hier gibt es kaum Angebote.

„Da zum jetzigen Zeitpunkt die Gründung der vierten Gesamtschule diskutiert und mit der David-Hansemann-Realschule als Standort schon sehr konkret verhandelt wird, möchten wir mit Nachdruck darauf hinweisen, dass die Frage der Integration von zieldifferent zu unterrichtenden Kindern mit Behinderungen bei der Gründung einer vierten Gesamtschule in jedem Fall mit eingeplant werden sollte”, erklären Rößler und Malmes.

Planungen gibt es diesbezüglich noch keine, schließlich ist bislang nicht einmal eine Entscheidung im Rat gefallen. Diese ist für Dezember terminiert worden. Aber die Elterninitiative hat Angst, dass der Aspekt inklusiver Unterricht außen vor bleibt.

„Unsere Erfahrung in den vergangenen Jahren hat uns leider gezeigt, dass dieses Thema leider immer noch nicht als selbstverständlicher Bestandteil neu zu gründender Gesamtschulen betrachtet wird”, berichten Rößler und Malmes. Es müsse aber sofort mit neuen integrativen Lerngruppen geplant werden.

Weiterhin wartet „Gemeinsam leben - gemeinsam lernen” auf ein Konzept der Stadt - den sogenannten Inklusionsplan. An dem wird gearbeitet, schließlich ist der gemeinsame Unterricht an allen Schulen mittlerweile in einer UN-Konvention verankert. „Die Erstellung eines Inklusionsplans wird durch Integrationsplätze an einer neuen Gesamtschule nicht ersetzt. Eine solche Schule ließe sich aber sicher sehr gut einfügen”, erläutern Malmes und Rößler.

Wo die vierte Gesamtschule - die Politik hat sich wie berichtet für die David-Hansemann-Schule an der Sandkaulstraße und gegen den Kronenberg ausgesprochen - ist den Eltern dabei egal. „Uns geht es nur darum, integrative Lerngruppen zu errichten.”
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