Gesamtschule Brand beteiligt sich an Juniorwahl

Von: Thorsten Karbach
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Wahlkabine, Wahlhelfer, Wahlzettel: Bei der Juniorwahl an der Gesamtschule Brand läuft alles so ab wie bei der Bundestagswahl am Sonntag. Und mit ihrer Stimme drücken die Schüler jetzt schon aus, dass ihnen Politik nicht egal ist. Foto: Andreas Herrmann

Brand. Geht es nach den Brander Gesamtschülern, dann bekommen die Bundespolitiker am Sonntag ein ganzes Paket Hausaufgaben mit auf den Weg in den Bundestag. Ausbildungsplätze, Bildungssystem, Arbeitslosigkeit, Umweltschutz sind die Themen, die rund 550 Schülern - von Klasse 9 bis 13 - besonders wichtig sind, wenn es um die Zukunft dieses Landes geht.

Das hat eine Umfrage von Schülern unter Schülern ergeben, organisiert und ausgewertet im Rahmen des Projektes Juniorwahl der Initiative Kumulus mit der Bundeszentrale für Politische Bildung, Heinz-Nixdorf-, Robert-Bosch- und Hertie-Stiftung.

Zum dritten Mal dabei

Schon 2002 hat sich die Gesamtschule Brand an der Juniorwahl beteiligt, dann 2006 erneut, und auch vor den Landtags- und Kommunalwahlen rücken die politischen Programme auf den Stundenplan. Wie es der Name schon sagt, wird bei der Juniorwahl auch gewählt. Und zwar so, wie es am Sonntag überall im Land abläuft - mit Wahlbenachrichtigung, Wahlhelfern, Wahlzetteln und Wahlkabinen.

Ausgezählt wird natürlich auch, das Ergebnis aber erst nach der Bundestagswahl bekannt gegeben. Das ist in Brand nicht anders als an der Käthe-Kollwitz-Schule oder den 1062 anderen Schulen (mit 268.422 Schülern) bundesweit. In Brand ist die eigentliche Wahl aber nur ein Baustein der Juniorwahl. Während an der Käthe-Kollwitz-Schule Direktkandidaten eingeladen wurden, haben die Brander Schüler eben einen Fragebogen erstellt, um die politischen Interessen, Vorstellungen und Bedürfnisse der Schüler zu ergründen.

Fast vier Wochen haben Schüler aus der Jahrgangsstufe 12 mit Lehrer Stephan Wannewitz mit diesem Fragebogen gearbeitet. Herausgekommen ist etwa, dass 50,8 Prozent der Gesamtschüler „ganz bestimmt” wählen, 31,9 Prozent „wahrscheinlich”, 12,3 Prozent „wahrscheinlich nicht” und fünf Prozent „bestimmt nicht”.

Das lässt Interpretationsspielraum. Haben die Kandidaten die jungen Leute erreicht? 7,4 Prozent sind nämlich der Meinung, dass sie sowieso keinen Einfluss auf die Regierung haben. 11,7 Prozent glauben, dass dies „im Großen und Ganzen” so ist. Nur 11,7 Prozent sind sich sicher, dass ihre Meinung zählt. „Wenn man so etwas anbietet, kommt ganz schnell ganz viel aus Schülerhand”, erzählen die Projektkoordinatoren Wannewitz und Michael Propers von der Begeisterung der Schüler für Umfrage und Wahl.

„Die Schüler sind total interessiert. Und wenn sie sich einmal über eine solche Wahl informieren, dann merken sie ganz schnell, dass sie die politischen Themen auch interessieren.” Dabei - auch das hat die Umfrage ergeben - würden nur 7,6 Prozent der Gesamtschüler ihr Politikinteresse als „sehr stark” einstufen. 16,6 Prozent kreuzten immerhin „stark” an, 41,7 Prozent „mittel”, 26,2 Prozent „wenig” und 8 Prozent „überhaupt nicht”.

Die Begeisterung wächst

Doch die Begeisterung wächst - über die Juniorwahl. „Man merkt, wie wichtig die Wahl den Schülern ist, und es ist umso wichtiger, dass sie wissen, wie eine solche Wahl funktioniert”, sagt Propers.

Etwa 350 Schüler werden bis Freitagnachmittag ihre Stimme abgegeben haben - beim Urnengang in der Schulbibliothek. Dann wird ausgezählt. Wannewitz´ Schüler werden zudem den Fragebogen noch detaillierter auswählen. Etwa bei der Fragestellung, was die Schüler wählen, denen Ausbildungsplätze oder Umweltschutz besonders wichtig sind. Es bleiben nach der Wahl also auch für die Brander Gesamtschüler noch ein paar Hausaufgaben übrig.
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