Gericht stellt Musikbunker den Ton ab

Von: Oliver Schmetz
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Trübe Aussichten? Nicht unbedingt: Die Kräfte zum Erhalt des Musikbunkers formieren sich. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mitten in die aktuellen Diskussionen um den Erhalt der beiden zum Verkauf stehenden Musikbunker in der Goffartstraße und der Junkerstraße platzt diese Nachricht am Dienstag wie eine Bombe.

Denn in dem Bunker an der Goffartstraße dürfen ab sofort keine Veranstaltungen mehr stattfinden, an denen bis zu 400 Personen teilnehmen und die bis fünf Uhr morgens dauern. Diese „vorläufige“ Entscheidung hat das Aachener Verwaltungsgericht am Dienstagnachmittag veröffentlicht, nachdem eine Nachbarin wegen Lärmbelästigung gegen eine entsprechende Baugenehmigung der Stadt geklagt hatte. Sie gilt bis zu einer endgültigen Entscheidung in der Sache.

„Das ist für uns eine ganz, ganz große Katastrophe“, erklärt Lars Templin, Geschäftsführer des Vereins Musikbunker e.V., völlig geschockt in einer ersten Reaktion auf das Urteil. Damit werden in dem angesagten Veranstaltungsort im Frankenberger Viertel sämtliche Partys untersagt. Doch auch für die Konzertveranstaltungen dürfte der Beschluss Folgen haben. Denn zum einen werde über die Partys das Zuschussgeschäft Konzerte gegenfinanziert, so Templin.

Und zum anderen scheint das Gericht ohnehin auch den Konzerten im Musikbunker die Grundlage entzogen zu haben: Denn nachdem man die aktuelle Genehmigung kassiert hat, gelte nun eine aus dem Jahr 1995, die lediglich einen „Konzertsaal für 90 Personen mit Schankraum für 45 Personen als Probebühne und für unregelmäßig stattfindende öffentliche kulturelle Veranstaltungen“ erlaube. Im Klartext bedeutet das, dass dem Musikbunker als Veranstaltungsort der Ton abgestellt wird. „Ich bin wie vor den Kopf geschlagen“, sagt Templin am Nachmittag dazu. „Damit wären wir als Club erledigt.“ Allerdings müsse noch genau geklärt werden, was das Urteil zulasse und was nicht.

Erst in der vorigen Woche hatte die Nachricht, dass der Bund die beiden Aachener Bunker verkaufen will, für Aufregung gesorgt. In den vergangenen Tagen formierte sich ein breites Bündnis für den Erhalt der Bauwerke als Kulturorte. Die Klage der Nachbarin stammt dagegen aus dem Juni vorigen Jahres und richtet sich gegen den Lärm, der bis in die frühen Morgenstunden verursacht werde durch Parksuchverkehr und durch laute Unterhaltungen und Rufe von Besuchern, die auf Einlass warten oder eine Veranstaltung verlassen. Es spreche einiges dafür, so das Gericht, „dass der durch die Baugenehmigung zugelassene diskothekenartige Betrieb zu laut und damit gegenüber der Nachbarin rücksichtlos“ sei.

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