Gerhard Klöfkorn rückt Aachen ins richtige Licht

Von: Leandre Kubiak
Letzte Aktualisierung:
9448597.jpg
Rückt Aachen ins rechte Licht: Gerhard Klöfkorn an seinem Arbeitsplatz. Foto: Michael Jaspers
9448377.jpg
Brennt dank Klöfkorn und seinen Kollegen: die Straßenbeleuchtung im Frankenberger Viertel in Aachen. Foto: Harald Krömer

Region. Abends in der absoluten Dunkelheit nach Hause gehen – das macht niemand gerne. Ein Glück, dass Aachens Straßen nach der Dämmerung beleuchtet sind. Wer sich allerdings darum kümmert, dass die Straßen jeden Morgen und jeden Abend rechtzeitig erleuchtet werden, darüber machen sich die wenigsten Gedanken. Und was ist, wenn mal eine Laterne ausfällt?

Gerhard Klöfkorn ist der Mann hinter den Kulissen. Er hat den Überblick und kümmert sich – gemeinsam mit seinen Kollegen – darum, dass alle Lampen wieder leuchten, wenn es mal irgendwo hakt. Zuständig ist er für 23.000 Lichtpunkte, also Masten und Bodenstrahler, und 75 Gebäudeanstrahlungen, quer durch Aachen verteilt. Die Stawag nennt ihn deshalb auch ihren „Lampenpapst“.

Seine Kollegen, mit denen er gemeinsam in einem Büro auf der Lombardenstraße arbeitet, und er sind zum Beispiel für die Planung von Lichtprojekten, die Störungssuche und die Abwicklung von Schadensfällen zuständig.

Ein typischer Einsatz der Stawag ist der Austausch einer einzelnen defekten Lampe. In solchen Fällen fährt Gerhard Klöfkorn in der Regel allerdings nicht selber raus, um die Lampe auszutauschen. „Für ein einzelnes Leuchtmittel rauszufahren – das ist verhältnismäßig der größte Aufwand“, sagt Klöfkorn. Behoben werden müssen solche kleineren Ausfälle aber natürlich trotzdem.

Innerhalb der ersten 16.000 Stunden, in denen neu installierte Lampen brennen, dürfen rund fünf Prozent der Leuchtmittel ausfallen. Das ist sozusagen das normale Maß an Defekten. Die Stundenzahl entspricht in etwa einer Zeit von vier Jahren – jede Lampe brennt nämlich rund 4000 Stunden pro Jahr. Ein weiterer Grund für den Ausfall eines einzelnen Leuchtmittels kann auch Vandalismus sein.

Etwas komplizierter wird es für die Mitarbeiter der Stawag, wenn gleich eine ganze Reihe von Lampen ausfällt, also ein sogenannter Straßenzug. „Dann fahren wir selber raus und gucken, wo der Fehler liegt“, erklärt Klöfkorn. Der Grund für den Ausfall eines Straßenzuges ist oftmals ein Kabelfehler. Der muss dann erkannt und behoben werden. Wenn man selbst eine defekte Straßenlaterne entdeckt, besteht die Möglichkeit, dies online auf den Seiten der Stawag zu melden.

Genutzt werde dieses Angebot häufig, sagt Klöfkorn. Und das sei der Stawag auch sehr recht. Es erleichtere ihre Arbeit. Der Standort einer Lampe kann auf der Homepage entweder in Form einer Adresse eingegeben oder direkt auf einer Karte gesucht und angeklickt werden. Alle öffentlichen Leuchtpunkte sind dort eingetragen. Eine Straßenlaterne mag zwar der anderen gleichen, jede Laterne hat aber tatsächlich ihre eigene Nummer. An den Masten findet sich jeweils entweder eine grün-weiße Nummer oder eine Barcodenummer.

Zu Klöfkorns Zuständigkeitsbereich gehören nicht nur Straßenlaternen, sondern auch Parkbeleuchtungen oder Gebäudeanstrahlungen. In der Dunkelheit angestrahlt werden in Aachen vor allem historische Gebäude, wie zum Beispiel das Rathaus, der Dom und das Theater. Der Auftraggeber für alles, was mit der öffentlichen Beleuchtung zu tun hat, ist die Stadt Aachen. Die Lampen gehören jedoch der Stawag.

Zu den aktuellen Lichtprojekten, die Gerhard Klöfkorn gerade plant und umsetzt, gehören die Beleuchtung der Friedhofskirche St. Stephanus in Kornelimünster, der Kirche Heilig Kreuz und der Salvatorkirche. Alle drei Kirchen sollen angestrahlt werden. „Entweder mit Bodenscheinwerfern oder mit Fassadenscheinwerfern“, sagt Klöfkorn.

Wann eine Lampe angeht, das wird in der Aachener Innenstadt über eine Rundsteueranlage geregelt. Diese ist wiederum mit einem Dämmerungsschalter verbunden und wird über diesen gesteuert. Sobald ein Helligkeitswert unterschritten werde, gehe das Licht an, erklärt Klöfkorn. Ganz automatisch werden die Lampen jedoch nicht ein- und ausgeschaltet. Das werde jeweils noch einmal manuell kontrolliert.

In Aachen werden hauptsächlich Natriumhochdrucklampen verwendet. Bei rund fünf Prozent der Lampen wurden LED-Leuchten verwendet. Wie hell oder dunkel man die Beleuchtung möge, das habe auch viel mit Gewöhnung zu tun, sagt Klöfkorn. Einigen sei das Licht der Natrium-Lampen zu hell. In Bezug auf die Effizienz seien die LEDs klar im Vorteil, sagt Klöfkorn. Da könne man das Licht besser kontrollieren. Deshalb werden bei allen neu installierten Anlagen auch LED-Leuchten verwendet. Die sogenannten Maiglöckchen, das sind Laternen mit einem grünen Bogenmast, werden ebenfalls komplett auf eine LED-Beleuchtung umgestellt.

„Früher hätte ich nicht gedacht, dass ich diesen Job einmal machen würde“, sagt der 47-Jährige. Der ein oder andere Zufall führte dann aber dazu, dass er heute eben doch genau diesen Beruf ausübt – und das schon seit 18 Jahren. Angefangen hat seine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker bei der Stawag. Danach machte er sein Abitur, dann folgte eine Weiterbildung zum Techniker.

„Als der Kollege in Rente ging, der zuvor für die Straßenbeleuchtung zuständig war, wurde mir angeboten, seine Stelle zu übernehmen“, erzählt Klöfkorn. Und das hat er dann auch getan. „In dem Beruf geht es nicht nur um das Technische. Man kann sich auch kreativ ausleben. Es ist abwechslungsreich und spannend“, findet Klöfkorn heute. Bis zur Rente als Aachens „Lampenpapst“ weiterzuarbeiten, das kann sich Gerhard Klöfkorn durchaus gut vorstellen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert